Familien mehr unterstützen

SOS-Kinderdorfleiter Erich Schöpflin (3. von links) ehrte die langjährigen Mitarbeiter (von links): Diana Brusch, Hedwig Forte, Susanne Kretschmann, Christine Reindl, Rosa Oliva, Isabelle Knoll, Regina Hanel-Giggenbach und Peter Zirbes. Foto: Hollrotter

Es tut sich was im SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech: Im kommenden Jahr wird in Dießen nicht nur der neue Dorfmittelpunkt mit dem „Haus Mosaik“ eingeweiht und gefeiert, es steht auch der Aufbau von drei neuen SOS-Kinderdorffamilien an. Vor allem aber will sich der Verbund, zu dem auch die Beratungsstellen in Landsberg gehören, noch stärker auf die präventive Arbeit konzentrieren, also Familien unterstützen. Und dazu werden 2011 ehrenamtliche Helfer gesucht, die Kinder begleiten und anleiten wollen.

Kinder, Jugendliche und ihre Familien in erschwerten Le­bens­lagen insbesondere in der Bildungsförderung zu unterstützen, soll ein weiterer Schwerpunkt in der präventiven Arbeit werden. SOS-Kinderdorfleiter Erich Schöpflin denkt dabei zum Beispiel an „Familienpaten“, die etwa Kinder bei den Hausaufgaben, beim Lesen oder allgemein bei der Entwicklung von Schlüsselkompetenzen unterstützen. MiniMax stärken Aber auch eine Ausweitung des Angebots im „Treffpunkt MiniMax“ der Entwicklungsdiagnostischen Beratungsstelle in Landsberg kommt für ihn infrage. Im Treffpunkt werden mittlerweile seit zehn Jahren mit ehrenamtlicher Unterstützung unter anderem Spielgruppen, Deutschkurse für Migranten, Elterncafés und Vorträge angeboten, um Familien zu helfen und sie zu stärken. Zugleich hofft Schöpflin auf bürgerschaftliches Engagement in Form von regionalen Spendenprojekten – so wie etwa Lothar Schubert von Schubert International in Utting von Beginn an das präventive Elternbildungsprogramm Landsberger Eltern-ABC großzügig mitfinanziert. Dieses Programm der Kooperationspartner SOS-Kinderdorf, Gesundheitsamt und Amt für Jugend und Familie Landsberg bietet mittlerweile im vierten Jahr sehr erfolgreich insgesamt 16 verschie- dene Kursbausteine für junge Eltern an. Neuer Dorfmittelpunkt Ein anderes Projekt ist das „Haus Mosaik“, für das derzeit kleine und große Mosaiksteinchen an Spenden gesammelt werden. Das Gebäude, das nun im Rohbau steht, soll voraussichtlich im Sommer fertig gestellt und im September mit einem großen Tag der offenen Tür eingeweiht werden. Das Haus bietet dann Platz für die Bewegungspädagogik der Kindertagesstätte, für Musik- und Kunstpädagogik, aber auch für Feste oder die Jahresversammlung des SOS-Kinderdorf-Vereins, die nach vier Jahren Pause 2011 wieder in Dießen stattfinden wird. Durch die Sperrung einer Straße für den Durchgangsverkehr entsteht um das „Haus Mosaik“ wieder der Dorfmittelpunkt, den die Kunstwerkstatt des SOS-Kinderdorf mit Spielgeräten aus Mosaiken gestalten will. Bis dahin ist auch wieder frisches Gras über die eineinhalbjährige Dauerbaustelle im SOS-Kinderdorf gewachsen, bei der die komplette, gut 50 Jahre alte Kanalisation erneuert wurde – inklusive Fettabscheider für die Großküche in der Kindertagesstätte. In den nächsten Jahren stehen nur noch energietechnische Maßnahmen an den Gebäuden an, freut sich Schöpflin über die „Baupause“. Dafür gibt es einige Neuerungen bei den SOS-Kinderdorffamilien: Zwei Familien laufen im nächsten Jahr aus, drei neue sollen entstehen. Die künftigen SOS-Kinderdorfmütter dafür sind bereits in Ausbildung. Allerdings, befürchtet der Kinderdorfleiter, wird auch das SOS-Kinderdorf bald den Fachkräftemangel im erzieherischen Be­- reich zu spüren bekommen. Ein Grund mehr, dass sich SOS-Kinderdorf seiner Mitarbeiter besonders annimmt: Im Gespräch sind sogar physiotherapeutische Angebote für die Angestellten, die in den Pausen genutzt werden könnten. Zehn Jubilare Dafür, dass sich die Mitarbeiter im SOS-Kinderdorf wohlfühlen, sprechen die vielen Jubilare, die Schöpflin und Kita-Lei- terin Susanne Kretschmann mit sehr persönlichen Worten auszeichneten: Für 25 Jahre Peter Zirbes, für 15 Jahre Hedwig Forte, Sieglinde Olbrich und Susanne Kretschmann, für zehn Jahre Isabelle Knoll, Regina Hanel-Giggenbach und Diana Brusch und für fünf Jahre Rosa Oliva, Beate Horn und Christine Reindl.

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