Fast drei Jahrzehnte CSU-Spitze

Der neue CSU-Kreisvorstand: Michael Kießling, Peter Ditsch, Thomas Eichinger, 1. Vorsitzender Alex Dorow, Michael Maas (hintern von links) CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, Franziska Reiber, Kathrin Fischer, Manfred Hederer und Thomas Goppel. Foto: Osman

Der CSU-Kreisverband Landsberg hat seit vergangener Woche einen neuen Vorsitzenden. Alex Dorow löst nach 29 Jahren Dr. Thomas Goppel in diesem Amt ab. Dorow erhielt am Dienstag im Alten Wirt in Eresing die nahezu ungeteilte Zustimmung der Kreisvertreterversammlung. Bei zwei ungültigen Stimmen votierten 101 der 103 anwesenden Parteimitglieder dafür, dass der 47-jährige BR-Fernsehjournalist den Landtagsabgeordneten und ehemaligen Staatsminister beerbt.

Dorow forderte in seiner Ansprache von der CSU den Willen zur Veränderung, dies vor allem im Hinblick auf die Energiepolitik. „Wenn wir Volkspartei bleiben wollen, können wir nicht gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit regieren.“ Viel Zeit bleibe nicht, wenn man nicht den politischen Gegnern das Feld überlassen wolle. Den Landkreis Landsberg sieht der in Schondorf aufgewachsene Dorow als „Scharnier“ zwischen einer traditionell geprägten ländlichen Region und der Großstadt München, aus der viel Bevölkerungs­- zustrom an den Lech kommt. Die Landkreis-CSU müsse sich vernetzen und Konzepte entwickeln, um auch diejenigen einzubinden, „die sich in den Traditionen nicht mehr wieder­- finden“. Damit der Landkreis Landsberg weiterhin attraktive Zuzugsregion bleibe, müsse das Angebot an Ganztagsschulen erhöht werden. Diese Forderung steht im Widerspruch zur aktuellen Situation, die vergangene Woche Thema im Kreisausschuss war (siehe nebenstehenden Bericht). Der scheidende CSU-Kreisvorsitzende Thomas Goppel ließ die fast 30 Jahre seiner Amtszeit Revue passieren, in denen der Landkreis große strukturelle Veränderungen durchgemacht und sich vom landwirtschaftlich geprägten Raum zum erfolgreichen Wirtschaftsstandort entwickelt habe. In dieser Zeit entstanden sowohl die A96 als auch die B17neu. Die Infrastruktur der Gemeinden sei ausgebaut, ein vorbildliches Müllkonzept geschaffen und die Schullandschaft verbessert worden. Heute fänden mittelständische Betriebe im Landkreis gute Bedingungen vor. Die Landwirtschaft ging im gleichen Zeitraum um zwei Drittel zurück und die Präsenz der Bundeswehr schrumpfte erheblich. Zur Zeit seines Amtsantritts seien noch zehn Prozent der Landkreisbevölkerung bei der Bundeswehr beschäftigt gewesen, erinnerte Goppel. Als Abschiedsgeschenk durfte er von CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt neben lobenden Worten ein weiß-blaues Fahrrad und von Nachfolger Dorow einen Opernkartengutschein entgegennehmen. Aus dem Kreistag berichtete der Fraktionsvorsitzende Dr. Manfred Rapp. Er kündigte an, der Landkreis werde ein Klimaschutzgutachten in Auftrag geben, um Energiebedarf und Einsparungsmöglichkeiten zu analysieren. Rapp sprach auch die Förderung regenerativer Energien an und versprach, der Landkreis werde den Gemeinden bei entsprechenden Projekten „neutraler und sachkundiger Berater“ sein. Das Thema Energiewende beschert dem Landkreis womöglich bessere Karten in Sachen Aufnahme in den MVV-Tarifverbund. Günstigere Bahnpreise würden viele Pendler von der Straße auf die Schiene bringen, so Rapp. Bei den Neuwahlen des CSU-Kreisvorstandes wurden Peter Ditsch, Kathrin Fischer, Thomas Eichinger und Michael Kießling zu Alex Dorows Stellvertretern bestimmt. Neuer Schatzmeister ist Michael Maas, den Schriftführerposten teilen sich Franziska Reiber und Manfred Hederer.

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