Fast täglich einen Einsatz

Erhielt von OB Ingo Lehmann den Goldenen Ehrentaler der Stadt Landsberg für 30 Jahre aktive Dienstzeit: Walter Eberl, 2. Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr. Foto: Peters

ie hoch der Stellenwert eines Vereins ist, lässt sich am besten an der Gästeliste bei der Jahreshauptversammlung ablesen. Bei der Freiwilligen Feuerwehr in Landsberg dürfte man daher stolz zur Kenntnis genommen haben, dass am vergangenen Donnerstag gleich mehrere Stadträte samt Oberbürgermeister Ingo Lehmann der Einladung zur Versammlung gefolgt waren. Fast zweieinhalb Stunden bekamen die Anwesenden einen Einblick in die letztjährigen Tätigkeiten der Landsberger Feuerwehr, die die Veranstaltung auch dazu nutzte, verdiente Mitglieder zu ehren.

Von einem „stressigen Jahr“ sprach Kommandant Karl-Heinz Novy, als er auf die Einsätze im vergangenen Jahr zurückblickte. Fast an jedem Tag, nämlich 360 Mal, war die Landsberger Feuerwehr ausgerückt, um technische Hilfe zu leisten (172), Brände zu löschen (108) und Sicherheitswachen zu übernehmen (80). Letzteres werde wohl in diesem Jahr noch mehr zunehmen, befürchtet Novy mit Blick auf den Veranstaltungskalender. Trotz der vielen Einsätze sei es jedoch nur zu einem Unfall gekommen, was der Kommandant auf die gute Ausbildung zurückführte. „Im Schnitt hatten wir 45 Leute bei den Übungen. Das ist bombastisch.“ Insgesamt leisteten die 75 aktiven Feuerwehrler 2010 7608 Einsatz- und Übungsstunden. Dank an die Stadt Auch für die Stadt Landsberg hatte Novy lobende Worte übrig. Er bedankte sich bei Oberbürgermeister Ingo Lehmann, dass die Stadt die Kosten für die Führerscheine der Nachwuchskräfte komplett übernommen habe. Die Zusammenarbeit sei auch sonst „immer sehr unbürokratisch.“ Lehmann gab das Lob postwendend zurück. „Wir tätigen die Ausgaben gerne, denn sie sind notwendig.“ Auch Jugendleiter Markus Riegg konnte den Anwesenden eine erfreuliche Bilanz präsentieren. So habe allein der Casting-Tag, bei dem man neue Jugendliche für die Aufgaben der Feuerwehr gewinnen wollte, zwölf neue Mitglieder erbracht, so Riegg. Insgesamt gebe es derzeit 30 Anwärter. Angesichts der erfreulichen Zahlen sparte auch Kreisbrandinspektor Peter Kawohl nicht mit Lob. „Es zeigt, dass die Landsberger sich auf ihre Feuerwehr verlassen können.“ Gleichwohl hatte Kawohl auch einige mahnende Worte parat. Für Ehrenamtliche, so der Inspektor, werde es immer schwerer, den Dienst zu bestreiten. Viele hätten Angst vor dem Jobverlust und davor, durch die vielen Freistellungen bei Beförderungen benachteiligt zu sein. Die Politik sei deshalb gefordert, „geeignete Rahmenbedingungen sicherzustellen“. Was die Finanzen angeht, konnte der 2. Vorsitzende Walter Eberl, der den Kassenbericht für den aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesenden Kassier Helmut Rodermund verlas, Entwarnung geben. Im vergangenen Jahr standen Ausgaben von rund 11600 Euro zwar nur Einnahmen von rund 8600 Euro gegenüber, doch das Vermögen des Vereins belaufe sich auf beruhigende 29825 Euro, teilte er mit. Rodermund wurde daher von den Mitgliedern einstimmig im Amt bestätigt. Drei Ehrenmitglieder Nach der Auszeichnung verdienter Mitglieder stimmte die Versammlung dem Vorschlag des Vorstandes zu, Erich Schaule, Siegfried Schaeufl und Johann Scheibenthaler zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. „Sie haben beispielhafte Arbeitseinsatz hinter den Kulissen gezeigt“, begründete der Vorsitzende Franz Geier die Wahl. Die offizielle Zeremonie soll im Rahmen der 150-Jahr-Feier über die Bühne gehen, die im Sommer stattfindet. Die Geehrten der Freiwilligen Feuerwehr: Markus Riegg, zehn Jahre aktiver Dienst; Maximilian Krumm und Hendrik-Lars Vockamm, 20 Jahre; Walter Eberl, 30 Jahre aktiver Dienst.

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