"Kulturplan aufgegangen"

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Das Passo Avanti Quartett im Braunviehstall von Gut Achselschwang.

Achselschwang – Die 2. Klassik-Festivalsaison am Ammersee ist am Samstag mit einem ebenso virtuosen wie spritzig-beschwingten Konzert mit Amadeus Wiesensee (Klavier) und dem klassisch-jazzigen Passo Avanti Quartett zu Ende gegangen. 96 Musiker und insgesamt 33 Veranstaltungen waren bei der 2. AMMERSEErenade zu Gast. Die Veranstalter ziehen Bilanz: „Der Plan ist aufgegangen.“

Der von der Kritik gefeierte Pianist mit Philosophiestudium, der schon heute zu den gefragtesten Tastenkünstlern seiner Generation zählt, begeisterte die Zuhörer im ausverkauften Braunviehstall von Gut Achselschwang mit der „Sonata quasi una fantasia“ von Beethoven und dem „Sonetto del Petrarca 123“ sowie der „Fantasia quasi Sonata“ von Liszt. Eine Programmwahl, die nicht anspruchsvoller sein konnte. Und dann der Auftritt des hochvirtuosen Passo Avanti Quartetts, das die Festivalgäste mit Violine, Klarinette, Gitarre und Cello in ein kammermusikalisches Doppel aus Klassik und Jazz zwischen Interpretation und Improvisation entführte und sogar noch einen gemeinsamen Chor der Konzertbesucher anstimmen ließ. 

Die Stimmung des generationenübergreifenden Publikums im ehemaligen Kuhstall konnte nicht besser sein. Sie übertrug sich auch auf die Pausen-Versteigerung des Originalgemäldes „Mimsi macht Wind“ der Schongauer Künstlerin Theo Hadiak, das die Titelseite des diesjährigen Festivalprogrammbuchs ziert. Zum Abschluss des Konzertes zogen Festivalinitiatoren Doris Pospischil und Hans-Joachim Scholz Bilanz: 96 Künstler aus neun Nationen (Deutschland, Österreich, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Polen, Armenien, Russland und Taiwan) konnte die einwöchige AMMERSEErenade bei ihren acht Abendkonzerten, sechs Happy Classic Hours, 16 Kapellenkonzerten, einem Gedenkkonzert in den Bunkeranlagen von Landsberg sowie zwei Kulturdialogen rund um den See begrüßen. 

Dazu zogen 10 Skulpteure mit ihren 80 heraus ragenden Kunstwerken die besondere Aufmerksamkeit auf sich. Als regelrechter Senkrechtstarter erwies sich der Tag der offenen Haus‐ und Hofkapellen „Zwischen Himmel und See“, der am 30. August die Türen von 17 Kirchenkleinoden rund um den See mit Musik vorwiegend aus der Region öffnete und an diesem sonnenverwöhnten Tag besonders auch die Radler zu einer Kapellentour einlud. Auch die jungen Musiker auf der Steinway-Talentbühne der „Happy Classic Hours“ lockten immer mehr Musik- und Kunstinteressierte in den Kuhstall von Achselschwang, wo sich am Nachmittag bis zu 200 Besucher um das rote Steinway-Piano und zwischen den Ausstellungsobjekten begeistern ließen. Eine Qualitätskombination aus Musik, Skulpturen und Kirchenkunst, die von den Besuchern sehr gut angenommen wurde. 

So zeigten sich die Festivalinitiatoren mit dem Ergebnis alles in allem zufrieden: „Von den sieben Abendkonzerten und dem vorausgegangenen Ankündigungskonzert „Picknick mit Tschaikowsky“ war die Hälfte, darunter auch der Galaabend, komplett ausgebucht und die restlichen Konzerte im Schnitt zu mehr als 65 Prozent ausgelastet“. Noch einiges zu tun bleibe im Florianstadl von Kloster Andechs, resümiert Doris Pospischil: „Die Kartennachfrage für das Konzert „Imperial Sounds“ des Janoska Ensembles blieb weit hinter unseren Erwartungen für diese einzigartige Wiener Musikerfamilie zurück, wurde aber durch die leidenschaftlichen Akklamationen der anwesenden Besucher mit Händen und Füßen mehr als wettgemacht.“ 

Die Initiatoren: „Auch die 2. AMMERSEErenade mit ihren acht großartigen Festivaltagen hat wieder viele beglückende künstlerische und menschliche Begegnungen gebracht. Wir freuen uns, dass wieder so viele Musikfreunde unserer Einladung zu unserem jungen Klassikfestival rund um den See gefolgt sind, mit denen wir den Reichtum einer unverbrauchten, wunderbaren Natur und einer noch vielfach wenig beachteten Kulturtradition geteilt haben. Unsere tiefen, jahrzehntealten Musikfreundschaften nach St. Petersburg wurden bei vielen der kleinen und großen Festivalveranstaltungen der letzten Tage ebenso spürbar wie der Einfluss junger Melodien und Interpreten. Wir haben das Miteinander etablierter Solisten der internationalen Klassikszene wie das des Ausnahmeensembles „Janoska“, des einzigartigen „Szymanowski-Quartetts“ oder der großartigen Sopranistinnen Juliane Banse und Louise Alder und aufstrebender Talente in entspannter Atmosphäre erlebt und haben unser Festivalziel gelebt: Ein Genussmusik- und -kunstfest für alle Sinne. Unser Kulturplan für den Ammersee ist voll aufgegangen.“

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