Expedition Wildpark

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Mutig: Mitten im Winter und bei klirrender Kälter suchen zwei Männer ihr Anglerglück im Lech. Aber keine Sorge, alles nur für den neuen Bogner-Werbefilm.

Landsberg – Schnee, Kälte und Eis. Man denkt unweigerlich an Kanada oder einen einsamen Landstrich noch weiter im Norden. Fire and Ice. Schaut man sich den Werbefilm für die neue Winterkollektion an, glaubt man unweigerlich, dass sich die vier Darsteller, zwei Männer und zwei Frauen, irgendwo weit weg befinden. Aber Kanada ist gleich um die Ecke: Die Bucht vor der Teufelsküche im Lechpark Pössinger Au, wo Bogner den aktuellen Werbespot für die neue Winterkollektion drehen ließ.

18. Februar 2015. Es ist kalt. Sehr kalt. 25 Leute, teilweise mit Kameras und großen Taschen bepackt, steigen aus mehreren Autos, die am Lechufer parken. Es ist die Filmcrew der Münchener Bekleidungsfirma Bogner, die ihren Werbespot für die neue Winterkollek­tion drehen will. Den Drehort haben wir übers Hörensagen gefunden“, sagt Ariane Ganser. Sie ist bei Bogner für „production&events“ zuständig. Immerhin kennt man also in München das märchenhaft romantische Lechufer. „Um drehen zu dürfen, mussten wir uns eine Sondergenehmigung vom Landratsamt holen“, erzählt Ganser. 

Der Dreh an der Teufelsküche barg noch ein paar weitere Probleme: „Teilweise sind wir ziemlich tief im Schlamm versunken“, lacht Ganser. Und eben: die Kälte. Warmgehalten habe man sich mit mitgebrachtem Tee, Kaffee sowie vielen, vielen Wärmepflastern. Und als der Tee ausging, war man ja zum Glück nicht am einsamen Ufer des St.-Lorenz-Stroms: Zwei Schritte, und die Tür zum Restaurant Teufelsküche öffnete sich. 

Einige Becher Tee 

Der Teufelsküchenbesitzer Josef Niesch erinnert sich auch noch an das Ereignis: „Es war wirklich ein ziemlich kalter Tag, die haben ganz schön gefroren da draußen. Da gingen einige Becher Tee über den Tresen“. Aber insgesamt seien alle sehr sympathisch und nett gewesen, „anders, als ich das von ähnlichen Ereignissen kenne“. In dem erst kürzlich online gestellten Werbespot gehen zwei in Outdoor-Kleidung dick eingepackte Männer an einem Fluss entlang, um sie herum tiefer Nadelwald und viel Schnee. Ein Kanu wird ins Wasser gesetzt und die Angel ausgepackt. Die Jungs gehen fischen. 

Am Ufer zwei Frauen, die den beiden Kanuten sehnsüchtig nachschauen. Sie warten. Eventuell gibt es ja Beute. Und tatsächlich, die zwei Männer kommen zurück und eine Regenbogen-forelle landet auf dem Campingteller. Regenbogenforelle? Im Februar? Sind da nicht gewisse Schonzeiten einzuhalten? Was sagt man eigentlich beim Bezirksfischereiverein Landsberg dazu? „Höflich wäre es schon gewesen, wenn man da wegen der Rechte mal bei uns angeklopft hätte“, räumt Vorsitzender Stefan Neubauer ein. Er hätte ja nichts dagegen gehabt, „wenn die Crew fürs Foto eine Angel in den Lech hängt.“ Aber gefragt hat eben niemand. Natürlich wurde die Regenbogenforelle auch nicht aus dem Lech geangelt: „Den Fisch haben wir vorher beim hiesigen Fischladen gekauft“, klärt Ganser auf. Also eine astreine Zuchtforelle. 

Die Forelle liegt auf dem Teller. Eine der beiden Frauen greift mutig zum Messer, um den Fisch auszunehmen. Aber nein, sie zögert, dann lieber doch nicht, auch wenn das Lagerfeuer, fachmännisch von einem der Männer entfacht, schon brennt. Offenes Feuer ist im Wildpark natürlich auch nicht erlaubt. Aber egal, Sondergenehmigung. Letztendlich scheint die Forelle auch nicht gegessen zu werden. Nach seinem einmaligen Auftritt ist er im Film nicht mehr zu sehen. Erinnert irgendwie an Alfred Hitchcock…

Susanne Greiner

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