Neuer Kies für den Lech

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Der Bagger muss sich seinen Weg durch den Lech bahnen, um die Kiesbank aufzuschütten. So werden Laichplätze geschaffen, die viele Fische zur Ablage ihrer Eier brauchen.

Landsberg – Alle drei bis vier Jahre muss die Kiesbank unterhalb des Karolinenwehrs erneuert werden – so auch dieses Jahr wieder. Dadurch werden Laichplätze für Fische geschaffen, die den kiesigen Untergrund dringend brauchen, um darin ihre Eier abzulegen und sich vermehren zu können.

Von den Kelten wurde der Lech Licca genannt – der Raschfließende. Zu dieser Zeit konnte er noch große Mengen Kies transportieren, und schuf so die Lebensgrundlage für die Kieslaicher. Das sind jene Fische, die eben einen kiesigen Untergrund brauchzen, um sich vermehren zu können. Denn nur darin legen sie ihren Laich ab. 

Durch seine Kultivierung und den Bau von Staustufen hat der Lech an Fließkraft verloren und die Kiesbänke können nicht mehr auf natürliche Weise entstehen. Also müssen die Kieslaichplätze punktuell und von Menschenhand wiederhergestellt werden. „Das ist für mich gelebter Naturschutz“, sagt Stefan Neubauer, 1. Vorsitzender des Bezirksfischereivereins Landsberg. 

Da sich diese Bänke aber aufgrund der mangelhaften Geschiebewirkung des Lechs immer wieder verdichten, müssen sie nach ein paar Jahren „restauriert“ werden. Daher arbeiten der Bezirksfischereiverein und das Landratsamt Landsberg, e.on Wasserkraft, das Wasserwirtschaftsamt Weilheim sowie weitere Fischereiverbände seit Montag gemeinsam mit dem Kieslieferanten Kolhöfer an der Wiederherstellung der Bänke. Die Anweisungen zu den Arbeiten gibt Kurt Butscher, Gewässerwart des Bezirksfischereivereins. 

Dazu muss zunächst der Gewässergrund aufgelockert werden, anschließend kann der neue Kies auf der vorhandenen Kiesbank verteilt werden. Die Kiesel dürften dabei nicht größer als pflaumengroß sein, da die Fische sonst keine Löcher für ihre Eier graben könnten, betont Neubauer. Einige Fische, wie der Huchen, legten ihre Laich sogar etwa 30 Zentimeter tief im Kies ab. 

„Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie rasch solche Laichplätze von den Fischen angenommen und für ihr Laichgeschäft genutzt werden“, weiß Neubauer. Dies geschehe meist schon wenige Tage nach Fertigstellung der Bänke.

Bis Mittwoch sollen die neuerlichen Restaurierungsarbeiten der Lechkiesbank abgeschlossen sein. Dann können Lechfische, wie Huchen, Bachforelle, Barbe oder Äsche, im Kies laichen. Bis in den Mai hinein könne dies dauern.

Ricarda Seitz

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