Fliegerhorst-Konversion

Möglichst hochwertig nutzen

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Nach aktuellem Zeitplan könnten der Gemeinde Penzing bereits Mitte oder Ende 2018 die ersten Gebäude auf dem bis dahin geschlossenen Fliegerhorst zur Verfügung stehen.

Penzing – Die Konversion des Fliegerhorstes rückt näher. Die Gemeinde will im Laufe der nächsten Monate ein Planungsbüro auswählen, das eine Standort- und Marktanalyse durchführt und ein Vermarktungskonzept erstellt. Der Übergang von der militärischen zur zivilen Nutzung des Geländes soll möglichst nahtlos erfolgen.

„Kasernen, die länger leerstehen, sind schwierig zu reanimieren“, sagt Bürgermeister Johannes Erhard. Deshalb will Penzing vorbereitet sein für den „Tag X“. Der Zeitrahmen ist bereits enger geworden als ursprünglich gedacht. Statt bis zum Jahr 2020 in Betrieb zu bleiben, stehe inzwischen fest, dass das Lufttransportgeschwader (LTG) 61 im Dezember 2017 seinen Flugbetrieb in Penzing einstellen wird. „Bis Mitte oder Ende 2018 könnten dann die Gebäude zur Verfügung stehen“, zeigt Erhard auf, „wenn nichts dazwischen kommt.“

Das aber nicht ohne Hürden. Gut über die Hälfte des Bestands sei denkmalgeschützt, berichtet der Rathauschef. Das schränkt mögliche Nachnutzungen ein. Grundsätzlich schwebt der Gemeinde eine Kombination aus Wohnen und möglichst hochwertigem Gewerbe vor – Büros, Start-up-Unternehmen, vielleicht sogar eine Hochschul-Niederlassung. Um zu klären, ob diese Überlegungen in die richtige Richtung gehen, sollen im Rahmen der geplanten Standort- und Marktanalyse aktuelle Entwicklungen, Bedarfe und Trends in der Region untersucht werden.

Die Gemeinde hat fünf Planungsbüros zur Abgabe von Angeboten aufgefordert und eine Arbeitsgruppe aus Ratsmitgliedern gebildet, die das geeignetste auswählen soll. Erhard geht davon aus, dass die Angebote bis Februar vorliegen und Sichtung und Auswahl dann zeitnah erfolgen können. Anhand der Analyse will die Gemeinde Penzing dann entscheiden, wie sie die Vermarktung angeht. „Es gibt sehr viele Bewerber“, sagt Erhard.

Darüber hinaus steht Penzing in regem Dialog mit der Regierung von Oberbayern und den umliegenden Gemeinden, denn die Konversion des Fliegerhorstes hat Streuwirkungen in alle Richtungen. Das betrifft unter anderem die Verkehrs­erschließung des Geländes, die über den Kreisverkehr im Penzinger Süden oder aber über eine neue Verbindung im Norden erfolgen könnte. Diese hätte den Vorteil, dass der aus Richtung Fürstenfeldbruck kommende Verkehr zum Konversionsgelände nicht durch den Ort rollen müsste. Auch einen Gleisanschluss gibt es auf dem Fliegerhorst. Er endet am Tanklager im Südosten des Geländes.

Hausaufgaben gemacht

Ein Verkehrsgutachten liegt bereits seit längerer Zeit vor. „Wir haben schon vor drei Jahren begonnen, unsere Hausaufgaben zu machen“, erklärt Erhard. Dazu gehörten auch eine Artenschutz- und eine Altlastenuntersuchung. Letztere wird allerdings im Laufe des Jahres noch vertieft. „Erst danach wissen wir, ob wir die kompletten 270 Hektar nutzen können.“ Parallel will die Gemeinde bereits Gespräche mit Investoren führen.

Ulrike Osman

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