Füchtlinge in der Turnhall

Asyl-Notfallplan ist aktiviert

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Insgesamt 200 Plätze für Asylbewerber stellt der Landkreis in der Lechturnhalle in Landsberg (Foto) zur Verfügung.

Landsberg – Die Regierung von Oberbayern hat - aufgrund der weiterhin hohen Zugänge von zuletzt durchschnittlich über 500 Personen in 24 Stunden – gestern den Notfallplan für Asylbewerber auch in Landsberg aktiviert. In der Lechturnhalle werden insgesamt 200 Plätze für Asylbewerber zur Verfügung stehen.

Konkret sollen ab Samstagnachmittag rund 100 Plätze in der Lechturnhalle in Anspruch genommen werden. Die weitere Belegung erfolge laut Regierungssprecherin Dr. Simone Hilgers "sukzessive entsprechend den Kapazitäten und in enger Abstimmung mit dem Landratsamt". Regierungspräsident Christoph Hillenbrand und Regierungsvizepräsidentin Maria Els danken Landrat Thomas Eichinger (CSU) und dessen Team für die "gute Zusammenarbeit"; sie seien der Regierung kurzfristig, effektiv und engagiert zur Seite gesprungen. „Besonders bedanken möchte ich mich auch bei allen Ehrenamtlichen, ohne deren herausragenden Einsatz diese Herausforde-rung nicht zu meistern wäre“, so Hillenbrand.

Die Asylbewerber, die ab Samstag in der Lechturnhalle untergebracht sind, werden kurz nach ihrer Ankunft in München in dieses im Rahmen des Notfallplans als verfügbar gemeldete Objekt weitergeleitet. Zuvor werden alle Asylbewerber im sogenannten Ankunftszentrum in München, der ersten Anlaufstation für neu Angekommene, zunächst medizinisch erstuntersucht ("Erstscreening"). Im Anschluss daran würden grundsätzlich nur diejenigen Asylbewerber in die Notfallplanobjekte in den Landkreisen und kreisfreien Städten verlegt, deren Asylverfahren die Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in München durchführt.

In der Notunterkunft selbst ist das jeweilige Landratsamt bzw. die kreisfreie Stadt für die Verpflegung, die weitere medizinische Untersuchung und Versorgung sowie die soziale Betreuung zuständig. Derzeit sind bereits über 1.500 Flüchtlinge in solchen Objekten des Notfallplans in den Landkreisen Altötting (Neuötting), Eichstätt (Eichstätt), Mühldorf a. Inn (Waldkraiburg), Neuburg-Schrobenhausen (Neuburg a.d. Donau), Weilheim-Schongau (Penzberg), Bad Tölz-Wolfratshausen (Lenggries, Bad Tölz), Freising (Moosburg), Miesbach (Miesbach), Starnberg (Inning), Ingolstadt und Pfaffenhofen a.d. Ilm untergebracht.

Im Durchschnitt bleiben die Asylbewerber vier bis sechs Wochen in den Notunterkünften; danach werden die Unterkünfte geschlossen. Die Asylbewerber kommen dann in der sogenannte Anschlussun-terbringung (Gemeinschaftsunterkunft oder dezentrale Unterbringung) unter, was ihnen eine selbstständigere Lebensführung ermöglicht. Dort wohnen sie regelmäßig so lange, bis ihr Asylverfahren beim zuständigen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) durchgeführt bzw. abgeschlossen ist.

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