Von der Windel bis zum Feldbett

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Christian Hess (rechts), Katastrophenschutzbeauftragter des BRK Landsberg, demonstriert die Ladung des Schnelleinsatzfahrzeugs Betreuung.

Landsberg – Von der Windel über den Kochtopf bis hin zu medizinischer Ausrüstung – die Fahrzeuge der Schnelleinsatzgruppe des BRK-Kreisverbands sind für alle erdenklichen Not- und Katastrophenfälle gerüstet. Zwei der Fahrzeuge konnten am Samstag im Rahmen des 3. Landsberger Fortbildungstages für Notfallmedizin am Klinikum besichtigt werden.

Für die Versorgung von bis zu 25 Verletzten ist das Behandlungsfahrzeug GW San 25 ausgelegt. In großen Alukoffern befinden sich unter anderem Verbandsmaterialien und Infusionen, Beatmungsgeräte und Schmerzmittel. Das Fahrzeug führt auch ein aufblasbares Schnelleinsatzzelt mit, in dem bei Bedarf zehn Menschen versorgt werden können.

Für die Betreuung unverletzter Betroffener einer Katastrophe steht ein weiteres Fahrzeug mit Anhänger zur Verfügung. Die Ladung besteht aus allem, was in einem solchen Fall akut gebraucht werden könnte: Hygieneartikel und Feldbetten, Geschirr und Kochtöpfe, Gasflaschen, Kinderspielzeug und auch Kleidung – für den Fall, dass Personen dekontaminiert werden müssen. Denn im Anschluss an diese Prozedur „stehen die Leute da, wie Gott sie schuf“, erklärt Christian Hess, 42, Katastrophenschutzbeauftragter des BRK-Kreisverbands. Auch Hinweisschilder finden sich auf dem Wagen, teilweise mehrsprachig, teilweise in Form von Piktogrammen.

Das Betreuungsfahrzeug war bereits bei der Flüchtlingsunterbringung in der Lech-Turnhalle und der ehemaligen Tennishalle in Kaufering im Einsatz, aber auch bei Hochwasserereignissen in Deggendorf und Rosenheim. „Das bayerische Konzept sieht je eine Basiseinheit pro Landkreis vor, die bei Bedarf zu größeren Versorgungsstrukturen zusammengezogen werden können“, erklärt Hess. Neben dem Freistaat sorgt auch der Landkreis selbst dafür, dass das BRK für den Notfall gut gerüstet ist. So beschloss der Kreistag jüngst die Anschaffung eines Abrollcontainers mit 250 Feldbetten und Zubehör.

Die Fahrzeugbesichtigung hatten die Organisatoren ganz bewusst mit ins Programm des Fortbildungstages aufgenommen. „Die Notärzte sollen wissen, welche Möglichkeiten es gibt, draußen aufzurüsten“, so Dr. Klaus Nafzger, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst im Landkreis. Rund 70 Teilnehmer – neben Notärzten auch Rettungsassistenten – aus den Landkreisen Landsberg, Fürstenfeldbruck, Weilheim-Schongau und dem Ostallgäu waren am Samstag der Einladung ans Klinikum gefolgt. Sie hörten unter anderem Vorträge über Schlaganfallversorgung, Atemwegsprobleme und den taktischen Wert der Schnelleinsatzgruppen.

Ulrike Osman

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