"O Fortuna" schafft Glücksgefühle

Mit ihrer Aufführung der „Carmina Burana“ begeisterten die Münchener Symphoniker und die Landsberger Chöre unter der Leitung von Johannes Skudlik (rechts) ihr Publikum im vollbesetzten Sportzentrum. Foto: Eckstein

„O Fortuna!“ schallt es durch die Dreifachhalle des Landsberger Sportzentrums, die wetterbedingt kurzfristig in die „Ruethenfest-Konzerthalle“ verwandelt worden war – so zumindest scherzte Vorsitzender Tobias Wohlfahrt. Carl Orffs bekanntes Werk, das unter der Leitung von Johannes Skudlik aufgeführt wurde, begeisterte am Mittwochabend rund 1300 Zuschauer.

„Carmina Burana“ – wer assoziiert es nicht spontan mit dem populären „O Fortuna“, viel strapaziert von Werbejingles oder Ritterfilmen. Und doch schafften es die mehr als 200 Mitwirkenden, mit diesem opulenten Auftakt sofort Gänsehaut zu erzeugen. Wie vielschichtig die übrigen Teile der szenischen Kantate sind, wurde während der folgenden Stunde klar, in der die Chöre, Solisten als auch Instrumentalisten restlos überzeugten. Eng war es auf der Bühne: Dicht gedrängt standen die Mitwirkenden des Landsberger Oratorienchores, des Vocalensembles sowie Abendklasse und Jugendchor der Städtischen Sing- und Musikschule sowie Landsberger Jugend- und Kinderchor. Doch wie schon so oft, zuletzt beim „Landsberger Te Deum“ bewies Dirigent Johannes Skudlik, zu welcher Präzision er auch eine so große Sängerschar bringen kann. Beein­- druckend das Zusammenspiel zwischen Chören, Münchener Symphonikern und Solisten. Klang auch der Tenor von Robert Sellier – Auftritt im Bademantel und verkatert als szenische Untermalung der War­- nung vor der Trunksucht – stellenweise etwas dünn, so überzeugten Bariton Gerard Kim und Sopranistin Linda van Coppenhagen umso mehr. Atemberaubend, wie scheinbar mühelos die Sängerin ihre Stimme zu extremen Höhen schweben ließ. Anerkennung verdienen auch die kleinen Sängerinnen und Sänger des Landsberger Kinderchores, die ihren Auftritt in diesem großen Rahmen souverän meisterten. Carl Orff komponierte die „Carmina Burana“ 1935 bis ‘36, nachdem er ein Jahr zuvor auf die gleichnamige Sammlung von Lied- und Dramentexten aus dem 11. und 12. Jahrhundert, die „Lieder aus Benedikt­beuren“, gestoßen war. Er wählte 24 davon aus und vertonte sie unter Verwendung damals bekannter Stilmerkmale mittelalterlicher Musik. Die Texte, von denen die meisten in Latein, einige in Mittelhochdeutsch und Altfranzösisch abgefasst sind, sind weltlich geprägt; handeln vom Auf und Ab des Glücks, den Wechselfällen des Lebens, Liebesglück und Liebesleid, den Freuden des Frühlings und den Genüssen und Gefahren des Trunkes, der Völlerei und Wollust. Standing Ovations Doch die Zuschauer dürfte die Aufführung am Mittwoch in der Ruethenfest-Konzerthalle nicht in ein Wechselbad der Gefühle, sondern eher in einen Glücksrausch versetzt haben, wie die Standing Ovations und Bravo-Rufe sowie der langanhaltende Beifall bewiesen haben. Schade, dass die nächste Aufführung der „Carmina Burana“ erst wieder zum nächsten Ruethenfest in vier Jahren ansteht; das Warten lohnt sich…

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