"Starke Truppe" für die Wahl

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Gehen von einem „guten Ergebnis“ für UBV/FW bei der Stadtratswahl aus (von links): Anita Lomitzky, Christoph Jell, Franz Xaver Rößle, Doris Baumgartl und UBV-Vorsitzender Wolfgang Neumeier.

Landsberg – Die Zufriedenheit war nicht nur Wolfgang Neumeier deutlich anzumerken: „Ich freue mich, dass wir eine so starke Truppe zusammenbekommen haben“, so der UBV-Vorsitzende bei der Vorstellung der Kandidaten, die sein Verein, gemeinsam mit den Freien Wählern, für die Kommunalwahl in Landsberg ins Rennen schickt.

Christoph Jell, bereits im Stadtrat vertreten und an Nummer eins der (einstimmig verabschiedeten) Liste gesetzt, ist sich „ganz sicher“, dass man ein gutes Ergebnis erreichen werde. Er verwies stolz auf die Maximalzahl von 30 Kandidaten. „Das werden Sie nicht bei allen Parteien sehen, es wird Zehner- und Fünfzehner-Listen geben.“

Allerdings wird wohl weniger die Menge der Kandidaten, als eher ihre Qualifikation, Popularität und politische Ausrichtung ausschlaggebend für den Erfolg sein. Auch da ist Dr. Reinhard Steuer (Listenplatz 2) nicht bange. „Der Grund, warum ich noch einmal antrete, ist diese Liste“, erklärte er. „Das sind lauter freidenkende Landsberger, die sich nicht hinter irgendeinen Fraktionskarren span­nen lassen.“ In der Tat stellen die beiden Gruppierungen eine interessante Mischung aus Unternehmern, Einzelhändlern, Hand­werkern, Angestellten, Selbstständigen und Ruheständlern auf, darunter viele bekannte Landsberger Gesichter.

Damit kam nicht nur Steuer bereits zu einem seiner wichtigsten Themen: „Die Stadt ist in einem desaströsen Zustand und die Verantwortung dafür ist sicher in den beiden großen Parteien zu suchen.“ Auch bei vielen der anderen Kandidaten hatte die Zufriedenheit bei der Beurteilung der aktuellen politischen Lage der Stadt ihr Ende. Medardus Wallner (6) etwa, selbst schon einmal sechs Jahre im Stadtrat aktiv, fasste seine Motivation für die erneute Kandidatur zusammen. „Es läuft im Moment so vieles verkehrt, dass sich etwas ändern muss. Das macht mich zuhause wahnsinnig, da werde ich dann lieber im Stadtrat wahnsinnig“, so der Einzelhändler.

Auch Alexander Baron bemängelte, dass „keine Politik für die Bürger gemacht wird“. Man wolle sich deshalb breit aufstellen und „den Bürgern sagen, dass wir vielmehr sind, als die meisten denken und dass wir hinter ihnen stehen.“ Reinhard Wallner, Kämmerer in Utting („Wir haben einen ausgeglichenen Haushalt.“) vermisst auch die Transparenz. „Wir brauchen mehr Kontrolle und mehr Gemeinsamkeit mit den Bürgern.“

Konkrete politische Ziele führte Doris Baumgartl (3) aus, die sich bereits in der Initiative zum Lechstrand engagiert. „Das Wort Transparenz kann man hier nicht überstrapazieren, weil es gar nicht umgesetzt wird. Öffentliche Stadtratsbeschlüsse gehören zum Beispiel eindeutig ins Internet.“ Zudem stehe sie für eine deutliche Reduzierung der Parkgebühren ein. „Und wir brauchen einen langfristigen Schuldenabbau. Es geht aber nicht, dazu immer nur dem Bürger Gebührenerhöhungen aufzubürden.“

Einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel forderte Unternehmensberater Jochen Siebel. „Wir diskutieren über 100000 Euro für die Sanierung des Lechhangs und haben gleichzeitig eine Million Mehrkosten für Personal, die wir uns auf Dauer gar nicht leisten können. Wir können doch nicht Leute beschäftigen und dafür in Landsberg nicht mehr investieren“, forderte er eine rasche Reform der Verwaltung.

An klaren Zielen für die Stadtratswahl lassen es UBV und FW nicht vermissen und auch nicht am nötigen Optimismus. Auch wenn man nicht, wie größere Parteien, „die Gelder für den Wahlkampf in München bestellen“ könne, „dürfen nicht wieder CSU und SPD alleine über Landsberg entscheiden“, so Wallner, „deswegen streben wir sieben Mandate an“. 

Genauso sieht das Dr. Steuer. „Ich hab’ die große Hoffnung, dass die Mehrheitsfindung nicht mehr ohne uns passieren kann. Im Moment haben wir einen brutal schwachen Stadtrat und es entscheiden Leute, die es definitiv nicht können.“ UBV-Stadtrat Christoph Jell fand ein aktuelles Beispiel, das „ganz klar“ zeige, dass man eine starke Fraktion aus UBV und FW benötige: „Wir brauchen die Sanierung des Lechhangs sofort und nicht irgend­- wann, uns fehlt die wichtigste Fußwegverbindung. Wenn die CSU sagt, dass wir doch sowieso die Brücke bauen werden, heißt das nur, dass man lieber an dem Prestigeobjekt festhält und dafür wieder einen Grund sucht.“

Christoph Kruse

Die Stadtratsliste von UBV/Freie Wähler

1. Christoph Jell, Dr. Reinhard Steuer, Doris Baumgartl, Wolfgang Neumeier, Renate Wengenmaier, Medardus Wallner, Georg Krackhardt, Ute Nowak, Robert Michel, Franz Daschner;

11. Reinhold Wallner, Brigitte Holler, Peter Augustin, Gerhard Weiß, Siglinde Soyer, Jochen Siebel, Lucille Schmitz, Andreas Guldner, Gilian Zieger, Alexander Baron;

21. Brigitte Geisendörfer, Angelika Burger, Klaus Nowak, Ulrike Lachmund, Wolfgang Peter-Soyer, Anita Lowitzky, Roland Jahn, Margit Löffler, Rainer Spring, 30. Erich Schmid.

Warteliste: Mona Hansen, Hansjörg Hirschler, Barbara Lidl.

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