Der Wald im Klassenzimmer

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Heinz Hirschhäuser präsentiert den Kindern den Mäusebussard.

Fuchstal/Issing – Auge in Auge mit Fuchs, Uhu und Marder fanden sich mehr als 80 Drittklässler wieder. Der Jagdschutz- und Jägerverein Landsberg hatte ihnen eine unvergessliche Lehrstunde in Sachen Natur beschert. Während die dritte Klasse aus Issing allerhand über Wald und Wild im Freien erfuhren, mussten sich die drei dritten Klassen der Grundschule Fuchstal den Wald wegen Dauerregens ins Schulhaus holen.

Die Fuchstaler Schüler kannten sich schon gut aus. Sie wussten, wie sie sich im Wald verhalten müssen – „Leise sein“, „Keinen Müll hinterlas-sen“, „Hunde nicht frei laufen lassen“ – und hatten die Namen der meisten Bäume und Büsche parat, deren Zweige Mick Kratzeisen ihnen im Ascher Schulhaus präsentierte. Dafür staunten sie darüber, dass der Wald Staub und Ruß filtert und ein wichtiger Grundwasserspeicher ist. 

Sie ertasteten den Unterschied zwischen der pieksigen Fichten- und der weichen Tannennadel und erfuhren, dass Tiefwurzler wie Buche und Tanne Flachwurzler wie die sturmanfällige Fichte quasi festhalten können. Ein Klassenzimmer weiter fanden sich die Schüler Iltis, Marder, Dachs und Fuchs gegenüber. 

Von Beate Karmann lernten sie, dass sich Fuchs und Dachs oft eine Höhle teilen, Dachse aber wesentlich reinlicher als Füchse sind. Die Jägerin warnte die Buben und Mädchen davor, tote Füchse anzufassen oder Beeren in Boden- nähe ungewaschen und ungekocht zu essen – wegen des Fuchsbandwurms. Außerdem erklärte sie ihnen, dass Marder vor allem dann in Autos um sich beißen, wenn dort fremde Artgenossen ihre Duftmarken hinterlassen haben. Und dass Wölfe so menschenscheu sind, dass man sie nicht zu fürchten braucht. 

„Ein Uhu, cool!“ hieß es anschließend bei Heinz Hirschhäuser, der etliche Vogelpräparate erklärte. Von ihm erfuhren die Kinder, dass Eulen deswegen lautlos fliegen können, weil ihre Federn in feinen Härchen enden. Und dass sie oft in Baumlöchern wohnen, die dem eifrigen Specht zu groß geraten sind. Die Schüler bewunderten den Eichelhäher, der wie das Eichhörnchen dabei hilft, Eichen und Buchen weiter zu verbreiten, aber auch das grünfüßige Teichhuhn, das auf Seerosenblättern laufen kann. 

Stefan Berger machte die Kinder mit Rehen, Hirschen, Wildschweinen und Hasen bekannt. Begeistert betasteten die Schüler Hörner und Geweihe, wunderten sich über deren geringes Gewicht und bestaunten Schädel und Keilerzähne. Sie lernten, dass Hörner wie beim Steinbock ein Leben lang wachsen, Geweihe wie beim Reh dagegen jedes Jahr abgeworfen werden. Und sie befühlten das Wildschweinfell, bei dem die Haare auch nach innen wachsen. 

Stellvertretend für Lehrer wie Schüler meinte die Fuchstaler Klassenlehrerin Christine Kohler am Ende: „Wir haben viel gelernt und es hat großen Spaß gemacht!“

Daniela Hollrotter

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