Fuchstal wird Energieerzeuger

Mehrere Sitzungen waren vonnöten, bis der Gemeinderat ein Projekt Fotovoltaik auf den Weg brachte, das sich für die Gemeinde als zukunftsweisend herausstellen könnte. Auf der ihrer jüngsten Sitzung genehmigten die Ratsmitglieder die Aufträge für die baulichen Voraussetzungen mit knapp 280000 Euro Gesamtvolumen.

Alle Gebäude im Eigentum der Gemeinde sind auf ihre energetische Sanierungsbedürftigkeit ge­prüft worden. Dabei entstand die Idee auf die Dächer Fotovoltaikanlagen zu montieren. Desweiteren führten Anfragen von Investoren, Dachflä­chen von der Gemeinde für die Energiegewinnung anzupachten, dazu, dass Fuchstal nun selbst Investor wird. Warum mit einer Pacht begnügen, wenn man das Geschäft auch selbst betreiben kann? Der Umstand, dass der politische Wille die staatliche Förderung von Fotovoltaikanlagen im Laufe dieses Jahres einschläfert, versetzte die Fuchstaler Räte in Arbeitsgalopp. Bis Juni müssen die Module montiert sein. Zu­nächst hatten sie nur die Dächer von Bauhof und Feuerwehrge­rä­tehaus im Blick. Ein aufmerksamer Bürger flüsterte ihnen noch die immense Fläche der Fuchstalhalle ein. Zusammen könnten mehr als 80 Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Eine statische Überprüfung der Dächer und Gebäude wird das Projekt begleiten. Das Dach des Feuerwehrgerätehauses erhält gleichzeitig eine Wärmedämmung. „Wenn schon, dann gleich richtig“, so Bürgermeister Erwin Karg. Der 40000 Euro-Auftrag ging an einen Fuchs­taler Anbieter. Im Leistungsverzeichnis für die Sonnenkollektoren legten die Verantwortlichen großen Wert darauf, dass die Module umweltfreundlich hergestellt sind und aus deutscher Produktion stammen. Einigen Diskussionsbedarf hatten die Räte bezüglich der Ausrichtung der Module, des Umgangs mit Schnee auf den Dachflächen oder der Farbe, die zukünftig dem Betrachter entgegenblinke. Architekt Peter Holzapfel, der Planer der Halle freute sich, dass seinen Wünschen das Dach nicht vollständig „zuzupflastern“ und damit den Gesamtcharakter zu verändern, entsprochen wurde. Obwohl man sich im Prinzip einig war, dass das Projekt für die Gemeinde sinnvoll und zukunftsträchtig ist, brauchte es drei Sitzungen, eine sogar als Sondersitzung eingeschoben, um die erforderlichen Aufträge zu erteilen. Selbst während zweier Sitzungen stellte der Rat noch zusätzlich Nichtöffentlichkeit her und schickte die Vertreter der Presse und das Publikum vor die Türe. Bei Zuhörern führte dies zu der Unmutsäußerung, es sei undemokratisch ausgeschlossen zu werden. Für die Fotovoltaikanlagen boten insgesamt sechs Firmen ihre Dienste an. Den Zuschlag für die Fuchstalhalle erhielt eine Firma aus Leeder, für Bauhof und Feuerwehrgerätehaus konnte sich eine auswärtige Firma durchsetzen.

Meistgelesene Artikel

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

"Wir wollen Hilfe zurückgeben"

Landsberg – Mal eben den Rasen mähen oder kurz zum Arzt fahren – kein Problem für die Meisten. Alleinstehende oder Senioren stoßen jedoch mit diesen …
"Wir wollen Hilfe zurückgeben"

Breitband, Straßen, Seeanlagen

Dießen – Kaum Anlass zu Rückfragen und Diskussionen hat der Haushaltsplan 2017 gegeben, den Kämmerer Max Steigenberger am Montag erneut im …
Breitband, Straßen, Seeanlagen

Kommentare