Tempo 30 abgelehnt

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Am Eck, wo’s von der Hauptstraße auf den Hartwiesenweg bzw. auf die Straße Am Graben geht, soll die Tempo 30-Zone nach dem Willen der Anlieger beginnen.

Fuchstal – „Für heute unerfreulich, für die Zukunft hoffentlich eine Initiative, die sich dann doch irgendwann gelohnt hat.“ So reagiert Paul Lehmann auf die einstimmige Entscheidung des Gemeinderates, der den Antrag der Anlieger auf sofortige Einführung der Tempo 30-Zone im Südosten Leeders einstimmig abgelehnt hat. Lehmann vertritt zusammen mit Wolfram Ruoff und Günter Lohbrunner die Bewohner dieses Viertels, wo nicht nur Anlieger fahren, sondern auch Durchgangsverkehr von Denklingen zu den Verbrauchermärkten fließt. Nur vier Schilder mit dem Hinweis auf die 30-er Zone brächten mehr Sicherheit und Lebensqualität.

Mit 16:0 Stimmen wies das Gremium das Ansinnen der Anlieger zurück. Diese hatten gefordert, für das Wohngebiet am Ahornweg, Am Graben (einschließlich Stichstraße zur Hauptstraße), Eichen-, Hartwiesen- und Lindenweg sowie Kreuzstraße-Süd eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer je Stunde einzurichten.

Mit dem Votum im Gemeinderat wird am Beschluss vom Frühjahr festgehalten, dass in mehreren Wohngebieten von Leeder und Asch Messungen zur Geschwindigkeit und zur Fahrzeugfrequenz vorzunehmen sind. Erst dann soll – gleichsam im Paket – über Tempo 30 abgestimmt werden.

In der lebhaften Diskussion sind konträre Auffassungen dazu laut geworden, wie Gemeinderäte den Antrag einschätzen. Stephan Völk, Johan- nes Wolffhardt, Dr. Walter Reitler oder Lilian Nirschl etwa bewerteten es positiv, dass sich Bürger für das Anliegen der Verkehrsberuhigung stark machen. Dennoch müsse das Thema „im Paket“ (Völk) betrachtet und entschieden werden.

"Das passt nicht"

Deutlich ablehnend äußerte sich neben Bürgermeister Erwin Karg auch Anton Weinholzner, der die Frage stellte: „Glaubt’s ihr, dass dies mit mehr Schildern in den Griff zu kriegen ist?“ Er maß auch der Unterschriftenliste mit 115 Befürwortern bei 122 Befragten wenig Gewicht bei, kommentierte dies mit den Worten „So a Unterschrift kriag i immer.“ Außerdem war er der Meinung, dass sich auch die Anwohner selbst an vorsichtiges Fahren halten sollten und dazu „nicht nur die anderen auffordern sollen“. Josef Weber vertrat die Ansicht, auch an der Hauptstraße, wo Tempo 50 gelte, wohnen auch Familien und Bürger. Christoph Kneißl meinte gar, Tempo 30 passe nicht zum dörflichen Charakter.

Bürgermeister Karg sagte auf Nachfrage, dass aktuell die Messungen in verschiedenen Wohnstraßen von Leeder und Asch vorgenommen würden. Bauhofmitarbeiter sowie Martin Storhas vom Ordnungsamt würden den „schwarzen Kasten“, der die Zahl der Fahrzeuge ebenso messe wie die Geschwindigkeit“, regelmäßig disponieren und auswerten. Dies würde aber noch einige Wochen in Anspruch nehmen.

Weshalb man im Südosten Leeders erst Messungen durchführen müsse, die aufgrund des baulichen Zustands der Straßen gar nicht relevant sein können, erschließt sich den Antragstellern nicht. Zu Äußerungen, wie etwa die Unterschriften seien nichts wert, die Schilder brächten nichts, Tempo 30 wäre nicht erforderlich, auch an der Hauptstraße wohnen Bürger von Fuchstal oder eine Tempo 30-Zone passe nicht zum Dorf, wolle er eigentlich gar nichts sagen, bekundet Paul Lehmann. Um dann doch ironisch anzumerken: „Bei etwas Nachdenken qualifizieren sich diese Aussagen – in unterschiedlicher Abstufung zugegeben – wohl selbst.“

Johannes Jais

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