Fünf Jahre Haft für die Rachefahrt

Fünf Jahre und drei Monate muss die 47-jährige Autofahrerin, die im August 2008 einen Radler am Ammersee überfuhr, in Haft. Der Mann soll mit seinem Mountainbike den Sei­ten­spiegel ihres Mercedes demoliert haben. Dagmar O. habe ihr Auto als Waffe benutzt, sagte Richter Wolfgang Rothermel am Dienstag bei der Urteilsverkündung im Augsburger Landgericht.

Staatsanwältin Ulrike Hampp-Weigand hatte eine höhere Strafe – sechs Jahre und drei Monate – für die Amokfahrt der Ärztin aus Pforzheim gefordert. Von einem „unbändigen Vernichtungswillen“ sprach sie und hielt auch die Verurteilung wegen versuchten Mordes für möglich. Wutentbrannt hatte die 47-jährige Ärztin, deren beide Kinder mit im Auto saßen, damals den Radler Michael S. verfolgt und überrollt. Dieser soll sie nach der Spiegelattacke provoziert und ihr den rechten Mittelfinger gezeigt haben. Ob er tatsächlich der Rad-Rowdie war, konnte an den drei Verhandlungstagen aber nicht geklärt werden. Michael S. fehlen die Erinnerungen. Der Gilchinger überlebte schwerstverletzt – er hatte zahlreiche Knochenbrü­che, eine Lun­gen­quet­schung und schlimme Kopfverletzungen. Noch heute leidet der Mann an den Folgen des Unfalls von vor rund zwei Jahren. Laut Zeugen stieg die Frau danach aus ihrem Auto und soll zu dem am Boden liegenden bewusst­lo­sen „Opfer“ gesagt haben: „Das macht der nie wieder!“ Schockiert waren auch ihre beiden Kinder im Auto. „Mama, warum hast du das gemacht, Du bist doch Ärztin?“, fragte das ältere Mädchen. Zugute kam der schließlich wegen versuchten Totschlages Verurteilten ein ärztliches Gutachten, das ihr einen psychischen „Ausnahmezustand“ und somit eingeschränkte Steuerungsfähigkeit bescheinigte. Nach der Trennung von ihrem Ehemann litt Dagmar O. unter Depressionen und nahm Medikamente und Schlafmittel ein. Zudem soll sie mit dem Trinken angefangen haben. Sie selbst sagte zu ihrer Tat: „Ich wollte das in keiner Weise, es tut mir furchtbar leid.“ Eine Tötungsabsicht unterstellte der Richter der Ärztin nicht.

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