Fünf Zugänge fehlen – "Ausgelagerte" Schüler müssen zurück nach Weil

61 Schüler besuchen derzeit die drei 5. Klassen der Hauptschule Weil. Nach den Ferien werden fünf von ihnen die Schule wechseln – mit der Konsequenz, dass nur noch zwei 6. Klassen mit je 28 Schülern zustande kommen. Das bedeutet zum Leidwesen aller Beteiligten auch das Ende der nach Scheuring ausgelagerten Klasse. Die betroffenen Eltern sind höchst empört und protestieren in einem Brief an Kultusminister Ludwig Spaenle.

Die Auslagerung der Kinder aus Scheuring, Prittriching und Winkl hat für alle Seiten Vorteile. Die Schüler haben kürzere Wege, die aus allen Nähten platzende Weiler Schule wird entlastet, das Scheuringer Schulgebäude dafür besser ausgelastet. Es war erst vor wenigen Jahren erweitert und dann von der Schließung der Teilhauptschulen kalt erwischt worden. Wenn die Hauptschulklassen jetzt abgezogen werden, bedeutet das für die Gemeinde nicht nur den Wegfall von Mieteinnahmen. Sie muss dann ihrerseits eine Schülerumlage nach Weil entrichten. Nicht nur deshalb unterstützt Bürgermeister Manfred Menhard den Elternprotest. „Kleinere Klassen wären für das Lernverhalten sicherlich besser“, ist er überzeugt. Die betroffenen Eltern sehen das ganz genauso. Eine Förderung schwächerer Schüler wäre in den großen Klassen kaum noch möglich, argumentieren sie. Aber auch die individuelle Unterstützung guter Schüler und damit die Vorbereitung auf den M-Zweig würde leiden. 140 Unterschriften Darüber hinaus müsste die derzeitige Klasse 5b komplett auseinander gerissen und auf die zwei verbliebenen verteilt werden. „Muss es unbedingt sein, dass die Kinder sich jährlich in eine neue Klassengemeinschaft einfügen müssen?“, fragen die Eltern in ihrem Schreiben, das zusammen mit rund 140 Unterschriften ans Kultusministerium ging. Nach der 6. Klasse ergeben sich schließlich wegen des M-Zuges wiederum neue Konstella- tionen. Der Schulleitung sind die Hände gebunden. „Uns fehlen einfach die Kinder“, seufzt Rektorin Brigitte Sulzenbacher. „Mit 56 Schülern bekommen wir keine drei Klassen genehmigt.“ Zu retten wäre die dritte 5. Klasse nur, wenn sich bis zum Beginn des neuen Schuljahres mindestens fünf Neuzugänge einfinden würden – zum Beispiel Rückkehrer von anderen Schulen oder Zuzüge. Sollten erst im Laufe des neuen Schuljahres weitere Kinder hinzukommen, wäre es für eine Teilung zu spät – selbst wenn dann die Schallgrenze von 31 Kinder pro Klasse durchbrochen würde.

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