Furcht vor dem Risiko "Unterhalt"

Das Wechselladersystem mit dem „Abrollbehälter Rüst/Bahn“ (Foto) ist mit dem Beschluss des Gemeinderates endgültig bei der Kauferinger Feuerwehr angekommen. Foto: Kruse

Zum stolzen Preis von 390000 Euro kauft der Landkreis ein Feuerwehrfahrzeug für den Katastrophenschutz und gibt es an die Feuerwehr Kaufering weiter, die es auch im Alltag bei ihren Einsätzen nutzen kann – eigentlich eine schöne Sache für die Wehr, zumal das Fahrzeug inzwischen seit einigen Wochen in der Halle steht. Im Marktgemeinderat entwickelte sich jüngst allerdings eine längere Diskussion um die Unterhaltskosten, die einige Räte nicht übernehmen wollten. „Gegen das Fahrzeug an sich habe ich nichts“, so Meinrad Mayrock (CSU). „Aber das ist eine Aufgabe für den ganzen Landkreis. Ich sehe nicht ein, dass wir dafür das Risiko übernehmen.“

Die Wartungs- und Unterhaltskosten werden für den „Wechsellader“, der mit einem Container mit technischem Gerät bestückt ist, dem „Abrollbehälter Rüst/Bahn“, in den näch­- sten 20 Jahren durchschnittlich aller Voraussicht nach bei 1500 bis 2000 Euro pro Jahr liegen, so Ernst Schilcher, Sachgebietsleiter Katastrophenschutz im Landratsamt Landsberg. Falls im Einsatz Gerät beschädigt würde und neu beschafft werden müsste, läge das nach der strittigen Überlassungsvereinbarung zwar ebenfalls in Verantwortung der Gemeinde, aber, so Schilcher, „ich gehe davon aus, dass die Mehrheit des Kreistages es dann nicht ablehnen würde, das eventuell sogar zu 100 Prozent zu überneh­- men.“ Im Vertrag stehe das zwar anders, „aber da müssen Sie auf mein Wort vertrauen; und auch für den Landrat würde ich die Hand ins Feuer legen.“ Eine entsprechende Vereinbarung über einen weiteren Wechsellader funktioniere jedenfalls bei der Landsberger Feuerwehr „seit Jahren völlig reibungslos.“ Ohne Rechnung Feuerwehrreferent Wolfgang Zeit wollte die Kritik einiger Räte ebenfalls nicht akzeptieren. „Ich kapiere diese ganze Diskussion nicht. Wir werden das Fahrzeug hoffentlich sehr viel öfter für uns selbst einsetzen als für den Landkreis. Die schicken uns dann ja auch keine Rechnung.“ Die Mehrheit seiner Ratskollegen folgte ihm, die Überlassungsvereinbarung wurde bei vier Gegenstimmen aus CSU und GAL angenommen. Eventuell kann Schilcher damit die Bedenken bei einer dritten Stützpunktwehr aus dem Weg räumen. Auch die Feuerwehr Dießen soll einen Wechsellader bekommen – dort will der Marktgemeinderat aber bislang ebenfalls nicht für den Unterhalt aufkommen.

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