Die Gänse vergällen

Die Gemeinde Utting möchte mit Telefonmasten dicken Rundhölzern gegen lästige Graugänse vorgehen, die den Summerpark in zunehmendem Maße verschmutzen. Einer Anregung von Ramsar-Gebietsbetreuer Christian Niederbichler entsprechend, sollen die Hölzer entlang des Ufers verlegt werden um den Gänsen, die während der Mauserphase nicht fliegen können, die Summerwiese zu vergällen.

Anlass zur Anti-Gänse-Debatte im Gemeinderat gab das Schreiben eines Uttingers, der bei der letzten Bürgerversammlung zu Maßnahmen gegen die Gänseplage aufgerufen hatte. Trefflich, so schlug er vor, ließen sich Gänse von Hunden verjagen. Weitere Mittel wären die Bejagung und die Entnahme der Eier aus den Gelegen. Diese Vorgehensweisen würden allerdings von Tierliebhabern abgelehnt. CSU-Gemeinderat Horst Schnappinger griff den „Hund“ nochmal auf: „Es muss ein Gemeindehund her.“ Allerdings sind freilaufende Hunde im Summerpark auch nicht erwünscht. Zur Bejagung erklärte Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL), dass die Gemeinde „befriedetes Gebiet“ sei und außerhalb des Dorfes sei die Graugansjagd auf den August beschränkt. Auch der Vorschlag des Uttingers, den Uferstreifen entlang des Summerparks zu bepflanzen, um den Gänsen somit das „an Land watscheln“ zu erschweren, stieß beim Gremium auf Widerstand. Gegen das Ausräumen der Gelege als „Geburtenkontrolle“ legte Claudia Sauter (CSU) ihr Veto ein und Lutzenberger erklärte, dass dies, ebenso wie die Jagd, ohne Genehmigung von höherer Stelle nicht erlaubt sei. Sabine Kaiser (GAL) regte an trotzdem diesen Weg zu gehen. Schließlich sei es auch möglich den Bestand von anderen Tieren zu reduzieren, wenn diese Schaden anrichten. Außerdem forderte sie ein konsequentes Fütterungsverbot für Wasservögel. Dem schloss sich auch Michael Weber an. Die Bejagung erscheine ihm wichtig, weil die Gänse durch ihre Vorliebe für frische Schilfhalme den ökologisch bedeutsamen Schilfgürtel des Ammersees reduzieren. Weber sprach sich aber auch für den „Rundhölzerversuch“ aus. Klaus Richter schlug vor, dass Thema beim nächsten Arbeitstreffen zur Gewässerentwicklungsplan anzusprechen und mit den Nachbargemeinden zu kooperieren. Auf offene Ohren stieß ein Vorschlag von Karl Sauter (CSU). Er regte an, den Münchner Wildtierexperten Andreas König, der Utting bei der Bekämpfung des Fuchsbandwurmes weitergeholfen hatte, zu befragen.

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