Das ganze Spektrum aufzeigen

Mit einem Aktionstag auf dem Pausenhof der Schule hat am Samstag die Geltendorfer Feuerwehr ihr 120-jähriges Bestehen gefeiert. Trotz Regenwetters kamen zahlreiche Zuschauer zu den Vorführungen. „Jeder hört immer nur, was die Feuerwehr alles kostet“, so Kommandant Ewald Kapfhammer, „wir wollen zeigen, was sie alles für den Bürger tut.“

Deshalb habe man aus Anlass des Jubiläums nicht einfach ein Bierzelt aufgestellt, so der Kommandant weiter. Für die heiße Phase der Vorbereitungen hatte Kapfhammer, der auch hauptberuflich bei der Feuerwehr arbeitet, eine Woche Urlaub genommen und jeden seiner 50 Aktiven und 20 Jungfeuerwehrler eingespannt. Das Resultat beeindruckte große und kleine Besucher gleichermaßen. In einem Fahrzeugkorso bewegte sich ein gutes Dutzend Einsatzfahrzeuge der Geltendorfer und einer Reihe befreundeter Wehren durch den Ort, um sich anschließend zur Fahrzeugschau neben der Schule zu formieren. Auf dem Pausenhof zeigten die Aktiven unter anderem, wie schnell es in den eigenen vier Wänden brenzlig werden kann und gaben Brandschutztipps. Dazu passte eine Ausstellung verschiedener Feuerlöscher und Rauchmelder. Neben der Turnhalle hatte man einen „verrauchten Raum“ eingerichtet, eine Finsternis mit Hindernissen. „Sie sollen dort sehen, dass Sie in einem verrauchten Raum buchstäblich nichts sehen“, gab Moderator Johann Liebich den Interessierten zu verstehen. Bartwuchs stört nicht Bei einer „etwas anderen Modenschau“ führten die Aktiven vor, wie sich die Schutzkleidung seit den Anfangstagen der Wehr gewandelt hat – wobei man bei den ursprünglichen Baumwolljacken und -hosen kaum von „Schutz“ sprechen konnte. „Da durfte man den Flammen nicht zu nah kommen“, schmunzelte Kapfhammer. Heute trägt man feuerhemmenden Kunststoff, und selbst bei den Atemschutzmasken haben die Hersteller an alles gedacht: „Die Masken liegen nicht eng am Gesicht an, damit bei Einsätzen in den frühen Morgenstunden der Bartwuchs nicht stört“, erläuterte Liebich. Seit dem Jahr 2000 gibt es innerhalb der Geltendorfer Wehr eine Jugendgruppe, die schon bald nach ihrer Gründung zur größten im Landkreis Landsberg angewachsen war. Die Nachwuchskräfte beeindruckten das Publikum auf dem Schulhof mit einem professionellen Löschangriff. „Die Jugendfeuerwehr ist inzwischen unsere wichtigste Stütze“, berichtete der Kommandant. Aus ihr sind in den ver- gangenen Jahren rund 20 fertig ausgebildete und hoch motivierte Feuerwehrleute in den aktiven Dienst nachgerückt. Viel fürs Ortsleben getan Im Laufe ihrer langen Geschichte hat die Geltendorfer Feuerwehr im Ort wesentlich mehr getan als für den Brandschutz zu sorgen. So organisierte der Feuerwehrverein 1977 den ersten Geltendorfer Faschingsumzug, rief im selben Jahr das Weinfest ins Leben und lockt seit 1996 mit dem Dreschfest Besucherscharen aus der ganzen Region an.

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