Gary Moore war der Auslöser

Erik Müller Foto: Eckstein

Mit Gary Moore fing es an: Dem kürzlich verstorbene Kult-Gitarristen verdanken unzählige Musiker Inspiration und Motivation – so auch der Landsberger Gitarrist und Musikpädagoge Erik Müller. Was Gary Moore alles bei ihm bewirkte, erzählt er dem KREISBOTEN.

„Mit 17 habe ich ein Stück von ihm im Radio gehört und gewusst, sowas will ich auch machen“, erinnert sich Erik Müller. Also besorgte er sich eine Gitarre, fing an, autodidaktisch zu spielen und marschierte dann zur Landsberger Sing- und Musikschule, die aber leider keine freien Kurse mehr hatte. Unverdrossen übte er weiter, um dann ein Jahr später erneut an die Tür des heutigen Musikschulleiters Lothar Kirsch zu klopfen – diesmal mit Erfolg. „Lothar Kirsch war mein Mentor, ich habe sehr viel von ihm gelernt, auch für meine pädagogische Arbeit“, betont Erik Müller. In diese Zeit fallen auch mehr oder weniger erfolgreiche, aber spektakuläre Auftritte bei Nachwuchswett­be­werben („Eine Verkrassung klassischer Stücke“) solo und mit seiner ersten Band „Die fliegenden süßen Senfs“, bei denen man sich auf keinen Fall in die erste Reihe verirren sollte. Zunächst sollte die Musik ein Hobby bleiben, war doch Erik Müllers ursprünglicher Plan, Naturwissenschaftler zu werden. Doch nach zwei Semestern Meteorologie brach er ab und beschloss, Musiker zu werden. Auf Anraten Kirschs belegte er den Studiengang für Instru­men­tallehrer im Fach Klassische Gitarre am Nürnberger Konservatorium, später wechselte er nach Augsburg, wo er nach dem Fachakademieabschluss „staatlich geprüfter Musiklehrer“ an der zwischenzeitlich gegründeten Musikhochschule den höherwertigeren „Diplom-Musiklehrer“ als Universitätsabschluss machte. Dort stieß er eher zufällig auf sein zweites Instrument, die Laute, und begann sich verstärkt für Alte Musik zu interessieren. Seine Diplomarbeit schrieb Erik Müller unter anderem über seinen Lieblings-Renaissance-Komponisten John Dowland und gibt seit mehreren Jahren in Landsberg als selbständiger Musiklehrer Gitarrenunterricht. „Das Unterrichten macht mir großen Spaß und mir ist es wichtig, weiter zu geben, was ich gelernt habe.“ Dass er gerne unterrichtet, stellt er auch in einem anderen Gebiet unter Beweis: Seit zehn Jahren unterweist er Kinder in der Kunst des Karate und hat unter seinen Zöglingen schon zwei Träger des Schwarzen Gürtels. Festivals und mehr Gary Moore und Alte Musik – geht das zusammen? Müller beweist es: seit zehn Jahren tourt er mit der Renaissance-Rockband „Cumulo Nimbus“ durch Deutschland und das Ausland. Highlights waren Festivals wie beispielsweise das „Summerbreeze“ in Dinkelsbühl vor 30000 Fans und das legendäre Wacken-Open-Air 2009. Die sechs Musiker aus Landsberg und Umgebung vermischen gekonnt Metal- und Rockelemente mit barocken Klängen und haben sich so eine große Fangemeinde geschaffen. Im Herbst erscheint ihre vierte CD, die gerade in Landsberg aufgenommen wird. Noch näher dran an der Alten Musik ist das Projekt „Bern­steyn“, das aus der „Cumulo Nimbus“-Besetzung besteht, sich aber den akustischen Instrumenten verschrieben hat und regelmäßiger Gast bei historischen Märkten und Festivals ist. Ein Ensemble aus Musikschulzeiten ist „Capo Taster“, dessen neue CD ebenfalls im Herbst erscheinen wird. Außerdem tritt Erik Müller gemeinsam mit der Sopranistin Michaela Aichele auf, mit der er verschiedene Programme für Sopran und Laute erarbeitet hat: „Wir haben mit spanischen Liedern angefangen, außerdem englische Renaissance mit Thomas Campion und John Dowland. Zurzeit bereiten wir ein französisches Programm vor“, erklärt Erik Müller. Anlässlich der Benefizkonzerte in der evangelischen Christuskirche hat Erik Müller darüber hinaus zusammen mit Phillip Rospleszcz und Rainer Kannacher das „LL-Gitarrentrio“ aus der Taufe gehoben, mit dem er am Wochenende konzertierte. Das Programm führte von Werken der Renaissance und Barock über klassische und lateinamerikanische Klänge hin zu jazzigen Balladen.

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