Gebündelte Fachkompetenz

Zum vierten Mal hat am Samstag im Landratsamt die „Existenz 2010“ stattgefunden, und der Andrang war groß wie nie. Rund 250 Besucher nutzten das Angebot des von der Industrie- und Handelskammer (IHK) gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises organisierten Aktions- und In­­- for­mationstages. Mit Fach­vor­trägen, Workshops und Info-Ständen rund um das Thema Existenzgründung und Selbstständigkeit. „Wir haben alle bisherigen Rekorde gesprengt“, bilanziert Andreas Graf, im Landratsamt zuständig für Wirtschaftsförderung.

Krisenzeiten sind Gründerzeiten. Nicht nur, dass Menschen einen Ausweg aus drohender oder bereits vorhandener Ar­beits­losigkeit suchen. Auch geraten gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Märkte in Bewegung, etablierte Unternehmen kommen ins Schleudern, und es tun sich Nischen auf, die Existenzgründer für sich nutzen können. Ganz wichtig ist es jedoch, die Geschäftsidee „nicht im stillen Kämmerlein“ auszubrüten, betont Harald Hof von der IHK. „Man muss die Umwelt in die Planungen einbeziehen, denn sie spiegelt einem wider, ob die Idee tragfähig ist oder nicht.“ Dazu gehört, kompetente Beratung zu allen Aspekten der Selbstständigkeit in Anspruch zu nehmen. Sie erhöht die Überlebenschance der eigenen Firma ungemein. „Zwar scheitern 70 bis 90 Prozent aller Neugründungen in den ersten fünf Jahren“, so Hof. „Unter denen, die Beratung in Anspruch genommen haben, liegt die Verbleibensrate aber bei 80 bis 90 Prozent.“ Im Landkreis Landsberg gebe es etwa 1300 Gründungen im Jahr, so Hof. „Davon nutzen etwa zehn Prozent unsere Beratungsangebote.“ Veranstaltungen wie die „Existenz“ bündlen Fachkompetenz in einmaliger Weise. Hof: „Wo sonst findet man all diese Ansprechpartner auf einem Fleck?“ Bestens besucht waren denn auch die Fachvorträge zu Rechtsformen von Unternehmen, steuerlichen Rahmenbedingungen, Kundenakquise und Marketing, sozialer Absicherung und Businessplänen. Regen Andrang verzeichneten auch die Info-Stände im Foyer des Sitzungssaals, wo unter anderem die regionalen Banken, das Finanzamt, das Nürnberger Institut für Freie Berufe, der Bayerische Einzelhandelsverband und die Aktivsenioren vertreten waren. Den Schwerpunkt der Besucher bildeten 35- bis 40-Jährige, die Geschäftsideen reichten von IT-Dienstleistungen bis hin zur Gastronomie. Mit zwei Oberstufenklassen des Ignaz-Kögler-Gymnasiums waren auch die Unternehmer von morgen vertreten, der sich für den Wirtschaftsunterricht weiterbildeten und Ideen für Schülerfirmen sammelten. Die „Existenz“ findet im Zwei-Jahres-Rhytmus statt, und für Harald Hof ist jetzt schon klar: „2012 sind wir wieder hier.“

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