Zum Gedenken an die 30000

Das zentrale Mahnmal der KZ-Gedenkstätte Kaufering am Bahnhof der Lechgemeinde soll am 26. April einge- weiht werden. Die Vorbereitungen hierzu laufen bereits auf Hochtouren. Das Areal am Bahnhof, wo das von Prof. Hubertus von Pilgrim geschaffene Monument hinkommen soll, ist bereits abgesteckt. Erste Bodenarbeiten sowie das Fundament sind gelegt. Wie berichtet, hat der Sprecher des Vereins für Erinnerung und Mahnung an die Opfer des „Kommandos Kaufering“, Dr. Friedrichs Schreiber, das Mahnmal gestiftet. Wie Schreiber in einem Gespräch mit dem KREISBOTEN betont, sei es wichtig dieses an einem zentralen Platz zu errichten, der historisch und für Bürger und Gäste gut sichtbar ist. Nur so könne der „Hain der 30000“ seine Bestimmung als zentrales Mahnmal erfüllen.

Wie berichtet, war der Gemeinderat im Juni 2008 der Bitte Schreibers nachgekommen, ein Mahnmal in Kaufering zur Erinnerung an die 30000 Häftlinge des Dachauer „Außenkommandos Kaufering“ mit seinen elf Arbeitslagern für die drei gigantischen Bunker-Baustellen zu errichten. Das Gremium nahm auch den Vorschlag für ein Konzept „KZ-Gedenkstätte Kaufering“ mit mehreren Gedenkorten zur Kenntnis und stimmte diesem Impuls für eine Kauferinger Erinnerungs- und Gedenkkultur einstimmig zu. Damit einher ging auch der Beschluss, einen Platz für das Mahnmal zu finden, der historisch und für Bürger und Gäste gut sichtbar ist. Laut Bürgermeister Dr. Klaus Bühler hatte der Gemeinderat in dieser Sitzung beschlossen, das zentrale Mahnmal am Baum bestandenen Areal nordwestlich vom Bahnhofsgebäude zu errichten. Auch Schreiber ist sichtlich froh über diese Entscheidung, denn dieses Mahnmal würde seine Bestimmung verfehlen, wenn es hinter irgendwelchen Hecken oder an schlecht einsehbaren Plätzen verschwinden würde. Auch eine unmittelbare Verbindung zur alten Rampe, wo der historische Güterwaggon steht, hält Schreiber nicht für sinnvoll. Denn hier entstehe zeitgleich ein eigener Gedenkort, der mittels des Waggons aus der Zeit der KZ-Transporte symbolhaft für den Antransport in die KZ-Lager Kaufering und für den Rücktransport in die Gaskammern von Auschwitz steht. Das zentrale Mahnmal hingegen steht für alles, was in jener Schreckenszeit in Kaufering passiert ist. Hier müsse auch genügend Platz sein, für Menschen, die zum Gedenken in die Lechgemeinde kommen, oder Schulklassen, denen bei einem Besuchsprogramm die Geschichte jener Zeit an authentischen Schauplätzen näher gebracht wird. Einweihung mit Minister? Auch am Einweihungstag des Mahnmals „Hain der 30000“, den 26. April ab 14 Uhr, rechnet Schreiber mit mehreren Hundert Menschen. Darunter werden auch Überlebende aus den ehemaligen KZ-Lagern Kaufering sein. Darüber hinaus hat der Veranstalter, der Verein „Gedenken für Kaufering“, auch den Bayerischen Staatsminister für Unterricht und Kultus, Dr. Ludwig Spaenle, als Festredner eingeladen. Bereits am 18. April findet zudem eine fachkundige Führung mit Dr. Friedrich Schreiber zum Kennenlernen der Gedenkarbeit in Kaufering statt. Interessierte treffen sich um 14 Uhr am Bahnhof.

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