Mit der Geduld am Ende

Das Landratsamt Landsberg soll dafür sorgen, dass auf dem Ufergrundstück in St. Alban unerlaubte Nutzungen untersagt werden. Davon ist insbesondere die von der Seglergemeinschaft Augsburg gepachtete Fläche betroffen. Foto: Nagl

„Mir kocht das Blut“, hat Dr. Wolfgang Salzmann jüngst im Gemeinderat gewettert. Erneut sprach der CSU-Rat die „chaotischen Zustände“ auf dem Gelände der Seglergemeinschaft Augsburg (SGA) und auf dem aufgelassenen Campingplatz­bereich nördlich des Strandbadparkplatzes in St. Alban an, die seiner Ansicht nach nicht mehr länger hingenommen werden können. Im Plenum und bei Bürgermeister Herbert Kirsch (Dießener Bürger) stieß Salzmann auf ungeteilte Zustimmung.

Rund zehn Wohnwagen, teilweise mit Vorzelten, haben sich mittlerweile wieder großräumig rund um das Vereinsheim der Seglergemeinschaft Augsburg (SGA) breit gemacht. Am Wochenende vor der Sitzung, so Salzmann, hätten dort und auf dem benachbarten Gemeindegrund zahlreiche Fahrzeuge geparkt und Boote gelagert. Zu­gleich gebärde sich die Stadt Augsburg, deren Liegenschaftsamt die Uferfläche verwaltet, wie einst die Kolonialherren. Im Interessenskonflikt mit der SGA hatte der Gemeinderat die Bauaufsichtsbehörde in Landsberg bereits im April beauftragt, wieder „ordnungsgemäße Zustände“ herzustellen. Wie im KREISBOTEN berichtet, wünscht sich der SGA eine Vergrößerung seiner Fläche und beansprucht von der Gemeinde baurechtliche Zugeständnisse. Seitens des Land­ratsamtes Landsberg seit laut Pressesprecher Wolfgang Müller sei nun eine für den 11. Juni anberaumte Sitzung des Liegenschaftsamtes Augsburg von Bedeutung, in der über die weiteren Pachtverhältnisse beraten werden soll. Die Marktgemeinde, die in ihrem Bebauungsplan für das Areal neben einem Bootshaus für das Ammersee-Gymnasium auch eine öffentliche Fläche mit Seezugang vorsieht, legte dem Liegenschaftsamt Augsburg bereits im November 2011 den Entwurf für einen Pachtvertrag mit größerem Umgriff vor. Kirsch geht davon aus, dass das Landratsamt Landsberg wohl in der Hoffnung auf ein Gesamtkonzept, in dem die Interessen von Landkreis, Gemeinde und Seglergemein­- schaft berücksichtigt werden sollten, noch keine baurechtlichen Schritte gegen die SGA eingeleitet habe. „Aber nach einem Gesamtkonzept schaut es gerade nicht mehr aus“, so der Bürgermeister auf Anfrage. Inzwischen hat Kirsch ein persönliches Gespräch mit Landrat Walter Eichner (CSU) zum Thema Uferglände St. Alban geführt; es sei „gut verlaufen“. Der Wunsch der Gemeinde sei es, „auf dem Seegrundstück rechtmäßige Zustände herzustellen. Nicht mehr und nicht weniger.“ Dazu gehöre auch, dass von der gesamten Fläche unerlaubte Einbauten sowie Campingwagen entfernt werden. Genehmigt ist auf dem vom SGA gepachteten Grundstücksanteil nach Auskunft von Pressesprecher Müller lediglich ein Kiosk. Spätestens in der Sitzung am 25. Juni möchte Bürgermeister Kirsch dem Gemeinderat berichten, welche Pläne das Liegenschaftsamt der Fuggerstadt hinsichtlich der weiteren Pachtverhältnisse hat.

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