Nicht zum Planschen

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Als Planschbecken ungeeignet: Wegen der starken Strömung soll das Tosbecken, das bislang mit einem provisorischen Geländer gesichert ist, nun doch nicht – wie ursprünglich geplant – durch Sitzstufen zugänglich gemacht werden.

Dießen – Das Tosbecken am Mühlbach, gegenüber der Eisdiele, wird nun doch nicht mit Stufen erlebbar gemacht. Für diese Planung hatte sich der Gemeinderat im September 2015 ausgesprochen. „Unser Anwalt rät uns davon ab, an dieser Stelle Kinder in den Bach zu lassen“, erklärte Bürgermeister Herbert Kirsch in der jüngsten Bauausschusssitzung.

Auch er habe mittlerweile gelernt, dass ein Tosbecken eine technische Einrichtung sei, um das Gefälle in einem fließenden Gewässer auszugleichen, bekräftigte Marc Schlüpmann (Grüne). Zum Planschen sei das einfach zu gefährlich. „Diese Kröte müssen wir jetzt schlucken“, meinte auch Peter Fastl (Freie Wähler). „Wenn wir die Stufen trotzdem bauen würden, wären wir haftbar.“ Für derartige Fälle gäbe es genügend Beispiele meinte der Bürgermeister. „Wir werden uns wieder über ein Geländer unterhalten müssen.“

In den letzten Wochen hätten vermehrt Bürger und Gemeinderatsmitglieder mit Besorgnis darauf hingewiesen, mit welcher Kraft das Wasser durch das Mühlbachgerinne rauscht, so Verwaltungschef Erich Neugebauer auf Anfrage. Seitens der Gemeinde habe man daraufhin intensiv juristischen Rat eingeholt und sei zu dem Schluss gekommen, von Stufen ins Wasser Abstand zu nehmen. In einer Parklandschaft, wie zum Beispiel am Münchner Eisbach, sei die rechtliche Situation eine andere, wie an einem innerörtlichen Bachlauf gegenüber einer Eisdiele. Ein weiteres Thema der Bauausschusssitzung waren Sondernutzungen für Geschäftsleute.

Zahlreiche Ladenbesitzer, insbesondere aus der Mühlstraße, hatten auf Bitte der Gemeinde ihre Wünsche vorgelegt. Grundsätzlich müssen Brillenständer, Infotafeln, Blumenkübel, Kleiderständer, Tische und Stühle so aufgestellt sein, dass die Fahrbahnbreite vier Meter beträgt. Für Werbetafeln ist eine Gebühr von 25 Euro zu entrichten. Blumenkübel und Markisen sind kostenfrei. „Großzügige Sondernutzungen und noch mehr Parkplätze, das geht im verkehrsberuhigten Bereich nicht zusammen. Dann muss man sich für eine Fußgängerzone entscheiden“, kommentierte Michael Hofmann (Bayernpartei).

Die Wünsche der Laden- und Restaurantbetreiber sollen nun mit dem örtlichen Gewerbeverband und dem Seniorenbeirat besprochen werden. Schließlich, so Bürgermeister Herbert Kirsch, sei es bei der Neugestaltung der Mühlstraße von Anfang auch um Barrierefreiheit gegangen.

Ursula Nagl

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