Weizen- oder Weinglas?

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Symbolfoto

Landsberg – Es ist ein paar Tage vor Weihnachten 2013, in einer Landsberger Disco herrscht Hochbetrieb. Nach einer unabsichtlichen Rempelei knallt ein betrunkener 27-Jähriger einem anderen Gast ein Glas auf den Hinterkopf. Dafür wurde er jetzt zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt.

Um was für ein Glas es sich genau handelte, ließ sich vor dem Schöffengericht Landsberg nicht mehr klären. Staatsanwältin Claudia Scherle sprach von einem Weizenglas, der Angeklagte selbst von einem „kleinen normalen Trinkglas“. Im ärztlichen Attest des Opfers ist von einem Weinglas die Rede. Letztendlich spielte das jedoch keine große Rolle, wie die Vorsitzende Richterin Sabine Grub erklärte. Ist ein Glas im Spiel, liegt immer eine gefährliche Körperverletzung vor.

In diesem Fall blieben die Folgen glimpflich. Das 25-jährige Opfer trug eine zwei Zentimeter lange Schnittwunde am Hinterkopf und Kopfschmerzen davon. Er habe an einem Stehtisch in der Nähe der Tanzfläche gestanden und sei von dem Angeklagten beim Tanzen zweimal angerempelt worden, hieß es in der schriftlichen Aussage des Geschädigten. Daraufhin habe er so etwas wie „Lass das“, gesagt und im nächsten Moment das Glas an den Kopf bekommen.

Ohne Vorstrafe

Er sei eigentlich kein aggressiver Mensch, beteuerte der aus Estland stammende Angeklagte über seine Dolmetscherin. Über sein Verhalten sei er selbst schockiert und es tue ihm Leid. Für den 27-Jährigen sprachen sein Geständnis, das Fehlen jeglicher Vorstrafen und auch die Tatsache, dass er nach dem Vorfall vor der Disco auf die Polizei wartete. „Er hätte auch einfach weglaufen können“, betonte Verteidigerin Anita Trautwein.

Dass er normalerweise so gut wie gar keinen Alkohol trinke, kaufte das Gericht dem Bauarbeiter allerdings nicht ab. An jenem Abend hatte er laut Bluttest fast drei Promille intus. Um zu einem solchen Wert zu kommen, müsse man Alkohol gewohnt sein, so die Vorsitzende. „Sonst würde man es gar nicht mehr schaffen, ein Glas in die Hand zu nehmen.“ Zusätzlich zu der Bewährungsstrafe muss der 27-Jährige 1500 Euro Schmerzensgeld an das Opfer und 1000 Euro an eine soziale Einrichtung zahlen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Ulrike Osman

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