Gefahren wird auf der Ostseite

So sieht der Hauptplatz der Zukunft aus: viel Platz um den Marienbrunnen und die Straße verläuft im Osten Vis.: maila-push

Endlich Gewissheit: Die Fußgängerzone darf erweitert und der Hauptplatz gemäß dem Entwurf des Büros lohrer.hochrein umgestaltet werden. Obgleich beim Bürgerentscheid am Sonntag beide Vorschläge eine Mehrheit für sich verbuchen konnten, gibt es nur einen Sieger: das Ratsbegehren. Bei 58,29 Prozent Ja-Stimmen lag es zudem deutlich über dem Quorum von 20 Prozent. Das Bürgerbegehren ProHauptplatz hingegen meisterte diese Hürde nicht. Damit ist klar: Die Straße wird künftig auf der Ostseite des Platzes verlaufen. Die Wahlbeteiligung betrug 40,33 Prozent.

Dicht gedrängt verfolgten die Vertreter von Rats- und Bürgerbegehren ebenso wie interessierte Lechstädter am Sonntagabend im Bürgerbüro den Ein­- gang der Ergebnisse aus den 21 Stimm- und zwei Briefwahlbezirken. Vielfach versteinerte Minen sah man da zunächst, denn nach zehn ausgewerteten Bezir­ken hatte ProHauptplatz immer noch die Nase vorn. Während die BI-Vertreter innerlich bereits Freudentänze vollführten, blieb das Stadtoberhaupt gelassen. „Schon nach den ersten Auswertungen war mir klar, dass ProHauptplatz das Quorum verfehlen wird“, sagt Ingo Lehmann, „vielleicht muss man als OB von Landsberg eben Optimist sein.“ Er sollte recht behalten: Mit dem elften Stimmbezirk wendete sich das Blatt, hier erhellten sich die Minen, dort verfinsterten sich die Gesichter. Kurz vor 19.30 Uhr stand das Ergebnis fest. ProHauptplatz erhielt zwar 50,90 Prozent, scheiterte aber mit 3820 Ja-Stimmen am Quorum von 4151 Stimmen. Anders das Ratsbegehren „Erweiterung der Fußgängerzone“: 4569 Ja-Stimmen, das sind 58,29 Prozent, und in der Stichfrage ebenfalls eine deutliche Mehrheit von 54,58:45,42 Prozent. Dass sich nur 8369 der 20751 Wahlberechtigten an dem Bürgerentscheid beteiligten, stimmt den OB nachdenklich. „Es ging um eine der zentralen Fragen unserer Stadt“, so Lehmann, da hätte er sich mehr Bürger bei der Abstimmung gewünscht. „Ich bin erleichtert, weil wir jetzt unsere Arbeit fortsetzen können“, kommentierte der OB das Ergebnis, für das er sich „von ganzem Herzen“ bedanken wolle. Der Prozess der intensiven Bürgerbeteiligung, gerade bei einem so schwierigen Projekt, sei richtig gewesen. Natürlich schmerze das Ergebnis, räumt BI-Sprecher Rudolf Heiß ein, „aber eine Entscheidung, die demokratisch gefällt wurde, ist anzuerkennen.“ Gleichwohl werde die BI den Fortgang der Planung auch künftig aufmerksam verfolgen. Apropos Planung. Sie wurde durch den Bürgerentscheid etwa drei Monate verzögert. In den nächsten Wochen will Architekt Axel Lohrer den verfeinerten Entwurf vorstellen. Danach sind die Stadtwerke Lands­- berg mit technischen Details zu Wasser, Abwasser, Strom und Telekommunikation am Zug. Im Herbst soll Ausschreibung sein und Auftragsvergabe zu Beginn 2012, sodass im Frühjahr die Bagger anrollen können.

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