Gegen die Leere im Gegen die Leere im Dorf

Leerstände, wie hier an der Bahnhofstraße, sollen im Förderprogramm „Ort schafft Mitte“ thematisiert und nach Möglichkeit korrigiert werden. Foto: Nagl

Buchstäblich in letzter Minute reichte die Gemeinde Utting ihre Bewerbung für das neue Förder­- programm der Obersten Baubehörde „Ort schafft Mitte“ ein. René Karnott und Dana Gerber vom Regionalen Planungsverband stellten die von ihnen erarbeiteten Bewerbungsunterlagen vor, die vom Gemeinderat einstimmig verabschiedet wurden. Schon im Oktober soll über die Mittelvergabe entschieden werden.

Zehn bis 15 bayerische Kommunen sollen bei der Entwicklung und Umsetzung von Ideen zur Belebung des Ortszentrums mit 60 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst werden. Für die Teilnahme Uttings spreche, dass hier Gebäude im Zentrum aus nicht wirtschaftlichen Gründen leer stehen. Eine Wiederbelebung könnte als Modell für andere vom Tourismus beeinflusste Kommunen dienen, meinte Karnott. Ähnliches gelte für die Defizite bei der Gestaltung des öffentlichen Raumes. Eine planerische Herausforderung sei freilich die Teilung in Ober- und Unterdorf sowie die verstreute Lage öffentlicher Gebäude. Das werfe die Frage nach der gestalterischen und funktionalen Mitte Uttings auf, meinte Karnott. Am ehesten sei diese am Dorfbrunnen zu finden, wo sich die Achsen Bahnhofstraße und Im Gries kreuzen. Dort nimmt das verfallene Steinhäuser-Anwesen eine Schlüsselrolle ein. Bekanntlich bemüht sich die Gemeinde schon seit Jahren vergeblich, es zu erwerben. Karnott betonte, es sei sehr bedauerlich, wenn solche Gebäude langfristig leer stehen und so „den Wert des Quartiers runterziehen“. Es könnte nützlich sein, sich mit anderen am Modellvorhaben teilnehmenden Kommunen auszutauschen, um Ideen für das weitere Vorgehen zu entwickeln. Als konkrete Ziele des Projekts nannten die Planer Nutzungsvorschläge für Leerstände zu erarbeiten, im Oberdorf den Straßenraum umzugestalten, sowie im Unterdorf den Bereich um den Dorfbrunnen, am Mühlbach und an der Bahnhofstraße aufzuwerten. Entscheidend sei es, dass Bürger und Anlieger in den Prozess einbezogen würden. Auch sei es in Einzelfällen möglich, private Eigentümer bei Sanierungen mit weiteren Fördermitteln aus der Städtebauförderung zu unterstützen. Gerber betonte, dass man nicht nur „eine bunte Schubladenplanung“ anstrebe. Vielmehr sei es wichtig, schon kurzfristig sichtbare Maßnahmen umzusetzen, damit der Prozess in Gang bleibe. Sollte die Gemeinde Utting in das Förderprogramm „Ort schafft Mitte“ aufgenommen werden, soll schon im Oktober mit der Bestandsanalyse begonnen werden. Von Frühjahr bis Ende 2011 soll die Konzeptphase mit Auftaktveranstaltung, Workshops, Planungstreffen, Gemeinderatsklausur und öffentlicher Präsentation der Ergebnisse dauern. Für 2012 ist dann die konkrete Umsetzung vorgesehen. Die Kosten für Moderation, Steuerung, Umsetzung und wissenschaftliche Begleitung des Prozesses bezifferte Karnott auf rund 150000 Euro, von denen im Fall einer Förderung die Gemeinde 60000 Euro übernehmen müsste. Nach Ansicht der Planer wäre es sinnvoll, ein Planungsbüro mit der zugleich angestrebten Ortsentwicklungsplanung zu beauftragen, um Synergieeffekte zu nutzen.

Meistgelesene Artikel

Teststadt für "intelligente Mobilität"?

Landsberg – Wie kann man erreichen, dass die Bürger und Besucher der Lechstadt im Jahr 2035 problemlos, zeitsparend und umweltgerecht mobil sind? Das …
Teststadt für "intelligente Mobilität"?

Ab jetzt samstags

Dießen – Mit dem Ortsbus in die Schule oder zur Arbeit und am Samstag mit dem Bus zum Einkaufen. Wer in Dießen auf öffentliche Verkehrsmittel setzt …
Ab jetzt samstags

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kommentare