Sanierungsstau:

Inselbad, wie lange noch?

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Aufmerksam lauschten OB Mathias Neuner (Mitte), die Stadtwerke-Vorstände Norbert Köhler und Christof Lange sowie einige Mitglieder des Stadtrates im Inselbad dem wenig erfreulichen Lagebericht von Helmut Maier (3. von links).

Landsberg – Der Sanierungsstau im Inselbad und bei den Tiefgaragen hat inzwischen dramatische Ausmaße erreicht. Bei einer Ortsbegehung machte das Helmut Maier (Stadtwerke) mehrfach deutlich: „Wenn wir nicht bald etwas tun, müssen wir in ein paar Jahren zusperren.“

Für Neuner ein Grund, sich auch unangenehmen Fragen zu stellen: „Bei den Tiefgaragen werden wir etwas unternehmen müssen. Beim Inselbad muss sich möglicherweise der Stadtrat damit beschäftigen, ob man da viel Geld reinsteckt oder ob man das Grundstück grundsätzlich einer anderen Nutzung zuführt.“

Diesen, vermutlich nicht sehr populären, Gedanken äußerte das Stadtoberhaupt auch angesichts der gravierenden Schäden im Bad. Wieder einmal müssen demnächst beispielsweise Fliesen in den Schwimmbecken erneuert werden – wie viele, wird man erst nach dem Winter wissen. Bis zu 15000 Euro musste man dafür bisher jedes Jahr aufbringen. Jetzt wird’s teurer, wie Maier erklärt. „Unsere Reserven an diesen Fliesen sind aufgebraucht, die sind schwer zu bekommen und kosten alleine schon ein Vermögen.“ 25000 Euro hat man nun eingeplant. „Da kann man sich ja fast überlegen, die Becken neu zu bauen“, meinte Neuner, „nach fünf Jahren Ausbessern ist da auch viel Geld weg.“

CSU-Stadtrat Helmut Weber kam wenig später ebenfalls zu einer drastischen Meinungsäußerung: „Wenn jetzt fast schon Einsturzgefahr besteht, kann es ja nur heißen: Wegreißen, neu bauen“, sagte der Fraktionschef nach der Besichtigung des Hauptgebäudes. Dass sich diese Frage möglicherweise stellen könnte, bestätigte auch Helmut Maier. Nach Regenfällen stehe die gesamte Decke tagelang unter Wasser, die Konstruktion habe sich regelrecht vollgesogen. Für einen ersten Sanierungsschritt habe man jetzt 85000 Euro eingeplant. „Wenn man nichts unternimmt, ist in ein paar Jahren die Grundsubstanz kaputt. Deshalb ist die Frage auch ganz klar die, ob man diese Substanz erhalten will oder nicht.“

Während man beim Inselbad zunächst ein Sanierungskonzept erarbeiten will, um dieses dann dem Stadtrat zur Diskussion vorzulegen, kann man bei den Parkgaragen bereits ziemlich konkrete Summen nennen. „Wir rechnen mit drei Millionen Euro für die Lechgarage und 1,5 Millionen für die restliche Sanierung der Schlossberggarage“, so Stadtwerke-Vorstand Norbert Köhler.

Die Schätzung fußt auf der Erfahrung bei der Sanierung des ersten Decks im Schlossberg vor zwei Jahren. „Wir haben Sauerstoffeintrag, es ist Chlorid im Beton und das frisst sich wie in einem faulen Apfel weiter und wandert“, berichtete Oskar Imhof. Will man dem Problem zuleibe rücken, müsse man mit 250 bis 300 Euro pro Quadratmeter rechnen, so Maier. Das geht dann angesichts der Flächen richtig ins Geld. Alleine die Quartiersgarage, die den derzeit schlechtesten Zustand aufweist und in der mehrere Stellplätze bereits gesperrt sind, schlägt mit 2600 Quadratmetern zu Buche.

Heute im Verwaltungsrat

Weder OB Neuner noch Kämmerer Jung äußerten sich bei der Besichtigung grundsätzlich zu den Summen oder der finanziellen Machbarkeit der Sanierungen, beides soll erst am heutigen Mittwoch Thema bei der Verwaltungsratssitzung der Stadtwerke sein. Auch bei den Tiefgaragen sind die Alternativen allerdings unerfreulich, wie Maier deutlich machte. „Wenn wir nichts tun, kommt der Tag X und wir müssen zusperren.“ Köhler hatte bereits einen Vorschlag, wie das Stadtsäckel möglicherweise nicht schlagartig belastet werden könnte. „Wir versuchen, die Garagen in Zwei-Jahres-Abschnitten zu sanieren. Das würde insgesamt zehn Jahre dauern, aber wir müssen erst einmal sehen, ob das überhaupt so funktioniert.“

Imhof hat da Zweifel: „Bei diesem Zustand ist auf jeden Fall eine Untersuchung der gesamten Fläche notwendig. Erst, wenn man den Beton aufmacht, wird man sehen, ob die Bewehrung komplett entfernt werden muss. Das verseuchte Material muss raus.“ Leider habe man in der Zeit, als die Garagen gebaut wurden, „an so etwas überhaupt noch nicht gedacht.“ Mindestens zehn bis 15 Stützen seien in einem so schlechten Zustand, dass eine Sanierung unaufschiebbar sei.

Ein großes Problem der vergangenen Monate hat man dagegen inzwischen in der Lech­- garage gut in den Griff bekommen: Seit einige alte Zuläufe vom Mühlbach (sie waren nirgends verzeichnet) verschlossen hat, tritt in der städtischen Tiefgarage deut­lich weniger Wasser aus.

Christoph Kruse

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