Gelbe Tonne: "Lauwarme Lösung" im Stadtgebiet

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Wo Gelbe Container frei zugänglich sind, bleiben solche Bilder nicht aus. Deshalb sind zusätzliche Containerplätze in Landsberg nicht erwünscht.

Landsberg – Es war ein Angebot zur Güte, doch die Stadt will es nicht annehmen: Nach der Einführung der Gelben Tonne wird es im Stadt­gebiet keine frei zugänglichen Container für Leichtverpackungen mehr geben.  Nur an den beiden betreu­ten Wertstoffsammelstellen sollen die großen Gelben deponiert werden.

Das Problem ist hinlänglich be­kannt: Mit der Zahl der Sammelgefäße wächst das Platzproblem, insbesondere in der Alt­stadt, aber auch in dicht besiedelten Neubaugebieten. Diesem Problem trägt der Land­kreis im Moment mit den frei zugänglichen Containerstandplätzen Rechnung. Bis zur Einführung der Gelben Tonne kann man dort noch Leichtverpackungen und Papier entsorgen, dann ist damit Schluss. Ein Teil der Standplätze wird komplett verschwinden, an den verbleibenden können nur noch Papier und Glas entsorgt werden. An den betreuten Wertstoffhöfen im gesamten Land­kreis werden die blassgelben Container für Leichtverpackungen ebenfalls verschwinden.

Ebenso wie für die Blaue gibt es auch für die Gelbe Tonne keinen Anschlusszwang, sagt Pressesprecher Wolfgang Müller im Landratsamt. Weitere Parallele: Mehrere Hauseigentümer können sich „zusammentun“ und eine Tonne oder einen Container gemeinsam nutzen. Um das Standortproblem noch weiter zu entspannen, habe der Landkreis mit dem Dualen System Deutschland (DSD) vereinbart, dass in der Landsberger Altstadt zusätzlich an öffentlichen Plätzen Gelbe Container aufgestellt werden können. Dieses Angebot lag nun den Stadtoberen zu Entscheidung vor.

Landsbergs Umweltingenieur Rolf Mergler-Völkl sprach im Bauausschuss von einer „lauwarmen Lösung“. Allein aus Kapazitätsgründen sei der Vor­schlag zum Scheitern verurteilt. „Wenn zehn Bürger ihren Verpackungsmüll bringen, dann ist so ein Container voll.“ Und: Heute würden die Gelben bis zu drei Mal die Woche geleert, ab Januar 2014 nur noch alle vier Wochen ein Mal. Das berge die zunehmende Gefahr wilder Entsorgungen, warnte Mergler-Völkl. „Vernünftig aber bei DSD nicht durchsetzbar“ wäre bei Platzprob­lemen der Gelbe Sack. „Da sehe ich eine gewisse Prinzipienreiterei bei DSD“, übte der Umweltingenieur leise Kritik. Zu allem Verdruss komme noch dazu, dass der Gelbe Container gewiss „keine Bereicherung fürs Stadtbild“ darstelle. „Ich neige dazu, das Holsystem als gegeben hinzunehmen“, sagte Rolf Mergler-Völkl abschließend, „die Bürger müssen Wege finden.“ Einer davon sei der Zusammenschluss mehrerer Hauseigentümer.

Das System so einfach als gegeben hinnehmen wollte wohl niemand im Ausschuss. Bürgermeisterin Sigrid Knollmüller (CSU) gab das Ziel vor, die Altstadt von Containern freizuhalten, Ursula Schaller (SPD) sprach von einer Entscheidung zwischen „Pest und Cholera“ und Wolfgang Buttner (ÖDP) brachte Presscontainer für die Wertstoffhöfe ins Gespräch. Für diese gebe es keine Stromanschlüsse, außerdem seien sie in der Anschaffung und wegen der zusätz­lichen Entsorgungslogistik „nicht ganz billig“, so Mergler-Völkl.

Letztlich folgte der Bauausschuss einstimmig der Forderung von Christoph Jell (UBV), wenigstens an den beiden betreuten Wertstoffsammelstellen Gelbe Container aufzustellen – in Landsberg-West und -Ost. „Wollen wir doch mal sehen, was da auf uns zukommt“, kommentierte Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) die Entscheidung.

Toni Schwaiger

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