Geld regierte den Gaudiwurm – 3000 närrische Schüler zogen durch Landsberg

Die Welt ist bunt und am „Lumpigen Donnerstag“ ist das in Landsbergs Innenstadt traditionell besonders gefeiert worden. Einkaufskunden hatten da nichts zu suchen – die Geschäfte waren geschlossen. Die Narren beherrschten das Terrain. Für die rund 8000 Besucher gab es zuerst was zum Schauen: der Gaudiwurm zog mit knapp 3000 Schülern durch die Stadt. Der närrische Ausnahmezustand hielt den ganzen Nachmittag an und auch in der Nacht waren noch kostümierte Feierwütige auf den Straßen unterwegs – nicht immer zur Freude der Polizei. Vor den Bars und Kneipen sei es zum ein oder anderen Gerangel gekommen, teilweise mit leichten Körperverletzungen.

141 Gruppen der Landsberger Schulen traten im Gaudiwurm auf, der sich um 10 Uhr am Mutterturm formiert hatte und in Richtung zentrale Stadtverwaltung durch die Von-Kühlmann-Straße zog, um dann über die Karolinenbrücke zum Hauptplatz und in der Fußgängerzone zu flanieren. Rasant ging es an den Zuschauern vorbei, die ihrerseits mit originellen Verkleidungen den Schülergruppen in nichts nachstanden. Den Überblick erleichterten zwei Moderatoren: Die Schüler Konstantin Felkner und Kevin Philipp führten vom Rathausfenster aus „durch den Wurm“ und kündigten jede Gruppe und ihr Motto an. Prominente höchsten Ranges waren dabei – darunter Politgrößen von Weltformat wie Barack Obama aber auch CSU-Größen Markus Söder und Edmund Stoiber gaben sich die Ehre. Dass ihre Gesichter aus Pappe waren, störte nicht. Interessiert am Zeitgeschehen ging es bei vielen Gruppen ums Geld. Die Finanzkrise kam und ging und Konjunkturpakete wankten in bunten Kartons im Gaudiwurm mit. Der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine zeigte sich als blau-gelbe Gasleitung in Menschengestalt. „Klimawandel – bald können wir in Deutschland Hula tanzen“, mutmaßten einige Schüler. Auch das TV-Programm wurde kritisch hinterfragt und komisch dargestellt, obwohl die Gruppen mit den Themen „Bauer sucht Frau“ und „Germanys next Topmodel“ wenig mit ihren echten Vorbildern gemein hatten. „Bitte nicht küssen!“ und „Lesen gefährdet die Dummheit“ warnten andere kluge Schüler auf den gebastelten Schildern. Selbstsicher die Älteren unter ihnen mit den Sprüchen „Wir schieben ’ne ruhige Kugel“ und „Wir machen den Weg frei“, einmal als blaue Riesenkugel, einmal als Bauarbeiter verkleidet. Lustig und bunt wanderten wieder andere als Vampir, Zwerg, Clown und Stern an den Gaudiwurm-Gästen vorbei. Tierkostümierungen, Eisbären, Frösche und Bienen, waren ebenfalls beliebt. Hauptsache bunt, anders und auffällig. Mit Partyhits zum Mitsingen wurde der Zug beschallt, Stadtkapelle, Stadtjugendkapelle und die Sambagruppe El pituco sorgten für Livemusik. Das Wurmende war zwar kurz nach 11 Uhr erreicht, doch der Faschingsspaß ging trotz Eiseskälte noch lange weiter. Aufwärmen war da angesagt. Landsbergs Kneipen und Bars wurden gut besucht. Vielen „half“ auch ein Getränk an den Ständen am Hellmairplatz über die Kälte hinweg. Wie Polizeisprecher Franz Kreuzer erklärte, habe es keine schweren Vorfälle am „Lumpigen“ gegeben. Um Alkoholleichen zu verhindern, waren Schnaps und Mixgetränke beim Zug durch die Stadt nicht erlaubt. Einige Besucher mussten ihre mitgebrachten Schnapsflaschen und hochprozentigen Getränke schon vor Beginn des Umzugs abgeben. Zu spät war es für eine 14-Jähriges, die gegen 13.30 Uhr am Hauptplatz aufgegriffen wurde. Sie hatte 1,6 Promille im Blut und musste von ihrem Vater abgeholt werden. Ein 22-Jähriger wurde von der Polizei am Danziger Platz kontrolliert und Drogenmissbrauch bei ihm festgestellt.

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