Geltendorf gibt Noten

Im Rathaus stapeln sich die Anträge auf Errichtung von Anlagen für Freiflächenfotovoltaik. Währenddessen hat Landschaftsarchitekt Christoph Goslich im Gemeinderat zu drei vorgesehenen Standorten Stellung genommen. Demnach erscheint nur einer wirklich aussichtsreich. Entschieden wurde noch nichts.

Ursprünglich wollte die Gemeinde im Rahmen der Neufassung ihres Flächennutzungsplans ein Gesamtkonzept für den Bau von Freiflächenfotovoltaik-Anlagen erarbeiten. Der Bauausschuss empfahl jetzt jedoch, den entsprechenden Beschluss vom Februar dieses Jahres aufzuheben und doch lieber Einzelfallentscheidungen zu treffen. Bürgermeister Wilhelm Lehmann (CSU) hätte trotzdem gern zwei neue Anträge dringlich behandelt und bereits auf der letzten Ratssitzung beschieden. Dagegen regte sich jedoch Wider- stand. „Wir müssen der Verpflichtung zur Gleichbehandlung nach- kommen“, forderte Peter Wagner (FB). Nachdem im Frühjahr ein Antrag zurückgestellt worden war, könne man nicht plötzlich andere vorziehen. Immerhin erhielt Landschaftsarchitekt Goslich die Gelegenheit, zu allen drei Standorten eine Stellungnahme abzugeben. Einer davon liegt nördlich von Schloss Kaltenberg an der Straße nach Walleshausen, einer an der Staatsstraße von Kaltenberg nach Schwabhausen und der dritte zwischen Hausen und Eismerszell. Dem Standort Kaltenberg-Schloss gab Goslich die besten Noten. Das Grundstück wird bereits landwirtschaftlich genutzt, „und eine Freiflächenfotovoltaikanlage würde die Situation nicht verschlechtern“. Zudem würde sie sich gut in die Landschaft einfügen, weil zur Straße hin eine Baumreihe abschirmt. Anders die Lage an der Straße von Kaltenberg nach Schwabhausen. Eine Photovoltaikanlage hier sei landschaftlich nicht einzubinden. „Von Westen kommend, wäre das die Visitenkarte von Kaltenberg“, so Goslich. Auch würde sich durch die Anlage Kaltluft auf der Fläche bilden, die nicht abziehen könne. „Dadurch würde die Durchlüftung Richtung Gewerbegebiet unterbrochen, und es können sich Schadstoffe in der Luft konzentrieren“, erklärte der Fachmann. Ebenfalls für ungeeignet hält er den Standort zwischen Hausen und Eismerszell. „Hier hätte eine Photovoltaikanlage eine enorme Fernwirkung, denn sie wäre von allen Seiten weithin zu sehen.“ Auf der Gemeinderatssitzung am morgigen Donnerstag soll nun über alle drei Anträge entschieden werden.

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