Post im ehemaligen Supermarkt?

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„Bitte einzeln eintreten“, steht an der Tür des Geltendorfer Postcontainers (Foto), weil’s innen recht eng ist und die Diskretion doch gewahrt werden möchte.

Geltendorf – Der Zustellstützpunkt der Post, den der Gemeinderat im September abgelehnt hatte, ist ein zweites Mal aufs Tapet gekommen. Die Post ist nun offenbar bereit, in dem ehemaligen Supermarktgebäude in der Schulstraße auch eine Postfiliale unterzubringen. 

Diesmal fand sich eine knappe Mehrheit für die Idee. Ob sie sich realisieren lässt, ist trotzdem fraglich. Der Eigentümer des leerstehenden Gebäudes hat seinen Antrag erneut gestellt, weil der Gemeinderat Interesse signalisiert hatte, sollte die Post in Sachen Filiale Entgegenkommen zeigen. Seit mehr als eineinhalb Jahren wird unter den Geltendorfer Geschäftsleuten jemand gesucht, der eine Postagentur bei sich aufnehmen würde – bisher ohne Erfolg.

Als Notlösung stellte die Post letztes Jahr im August neben dem Rathaus einen Container auf, in dem zu eingeschränkten Öffnungszeiten Briefe und Päckchen aufgegeben werden können. Obwohl der Gemeinderat großes Interesse daran hat, dieses Provisorium wieder loszuwerden, standen nicht alle Räte der Idee positiv gegenüber. „Ein Zustellstützpunkt gehört nicht in ein Wohngebiet“, befand Thomas Hellmann (SPD). Auch Thomas Dietsch (FB) und Robert Sedlmayr (ÖDP) sorgten sich wegen Lärm und Verkehr. Die Skeptiker rechnen damit, dass mehr Anlieferfahrzeuge kommen werden, als die von der Post angekündigten fünf am Tag. In einem Zustellstützpunkt sortieren die Postboten die Briefe ihres Einsatzgebiets und gehen von hier aus auf Tour. 

Gefährdung 

Problematisch ist jedoch vor allem die Rechtslage. Laut Verwaltung sind in allgemeinen Wohngebieten nur Läden zulässig, die der Versorgung der Anwohner dienen, außerdem Schank- und Speisewirtschaften, nicht störende Handwerksbetriebe sowie Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke. Ausnahmsweise können auch Beherbergungs- und sonstige nicht störende Gewerbebetriebe zugelassen werden, außerdem Verwaltungsanlagen, Gartenbaubetriebe und Tankstellen. 

Zustellstützpunkte dagegen würden den Charakter des Wohngebiets gefährden. Nach einem positiven 10:8-Votum des Gemeinderats ist nun als Genehmigungsbehörde das Landratsamt Landsberg am Zug.

Ulrike Osman

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