Kunststoff statt Holz

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Der Skaterpark in Geltendorf muss teilweise saniert werden. Die Gemeinde hat zugesagt, die Materialkosten zu übernehmen.

Geltendorf – Teile des Skaterparks an der Türkenfelder Straße sind abgenutzt und müssen erneuert werden. Der Gemeinde lag ein Antrag des Betreibers auf Förderung der Materialkosten von mehr als 13000 Euro vor. Nach längerer Diskussion fiel die einstimmige Entscheidung, den Zuschuss in voller Höhe zu gewähren.

Einige Gemeinderäte indes wollten zunächst nur eine kleinere Summe bewilligen. Claudius Mastaller (UB) erklärte, die Relation zur Vereinsförderung müsse gewahrt bleiben. Er forderte von den Skatern, einen Teil des Geldes über Spenden selbst aufzubringen. Christian Scheifele (CSU) vermutete, die Gemeinde habe im Laufe der Jahre bereits rund 10000 Euro in die Anlage gesteckt – genaue Zahlen darüber lagen in der Sitzung nicht vor.

Sowohl Mastaller als auch Scheifele ließen sich jedoch von den Argumenten der Befürworter überzeugen. Wolfgang Albertshofer (SPD) erklärte, die Anlage sei ein Vorzeigeobjekt und werde „wahnsinnig gut angenommen“. Betreiber Daniel Heinkelein berichtete von 450 regelmäßigen Besuchern, viele auch von außerhalb der Gemeinde. „Sogar aus München kommen die Leute her.“ Heinkelein ist professioneller Skateranlagen-Bauer, der in Geltendorf allerdings ehrenamtlich tätig ist. Deshalb fand Barbara Müllner (ÖDP) es nicht richtig, auch noch von ihm zu verlangen, dass er zusätzlich zu seiner unbezahlten Arbeit Spenden sammeln solle.

Dass Heinkelein die etwa zwölf Jahre alte Anlage ursprünglich gut gebaut hatte, bezweifelte niemand. Bürgermeister Wilhelm Lehmann (UB) erinnerte sich an die Abnahme durch den TÜV, bei der der Prüfer voll des Lobes gewesen sei. Lediglich beim Material hatte man damals Kompromisse gemacht und günstiges Fichtenholz verwendet, das nun offenbar das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat. Für die Sanierung will Heinkelein einen wasserdichten Spezialkunststoff verwenden, der zwar teuer ist, dafür aber länger halten soll. Würde er dieselbe Anlage beruflich bauen, würde sie seinen Angaben zufolge 50000 Euro kosten.

Horst Kürschner (Grüne) sah den Skaterpark als Angebot der freien Jugendarbeit, und gerade für die habe die Gemeinde in den letzten Jahren sehr wenig getan. Und im Gegensatz zu einem Verein hätten die Skater keine Einkünfte aus Mitgliedsbeiträgen und keine Chance auf regelmäßige Gelder im Rahmen der Vereinsförderung. Josef Weiß (CSU) riet ihnen deshalb, einen Verein zu gründen oder sich als neue Abteilung dem örtlichen Sportverein anzuschließen. „Dann haben sie jedes Jahr Anspruch auf einen Zuschuss.“

Ulrike Osman

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