So dezentral wie möglich

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Das Interesse an der Informationsveranstaltung über das Asylthema in Igling war riesengroß. Landrat Thomas Eichinger (stehend) musste viele Fragen beantworten.

Igling – Die Gemeinde bekommt ihre ersten acht Asylbewerber zugewiesen. Das teilten Landrat Thomas Eichinger und Bürgermeister Günter Först den Einwohnern auf einer Informationsveranstaltung mit. Es wird sich um zwei Familien aus Afghanistan und Syrien handeln. Dafür hat das Landratsamt zwei private Wohnungen im Ort angemietet. Das Interesse der Iglinger an der Veranstaltung in der Turnhalle der Grundschule war riesengroß.

Bürgermeister Günter Först sagte, man wolle die Flüchtlinge willkommen heißen. „Ich sage, sie dürfen kommen“. Er betonte aber auch, man nehme die Ängste und Sorgen in der Bevölkerung ernst. Darüber wolle man sprechen. Zunächst skizzierte Landrat Thomas Eichinger die Situation im Landkreis. Derzeit seien 950 Flüchtlinge in Landkreis untergebracht. Bis zum Jahresende rechne man mit rund 1500 zugewiesenen Asylbewerbern. 

Der Landrat betonte, man wolle die Flüchtlinge so dezentral im Landkreis unterbringen wie nur möglich. Das sei für die Integration der Menschen aber auch für die Einwohner wichtig. Für die Betreuung habe man das Bayerische Rote Kreuz mit ins Boot geholt. Trotzdem sei man auf die ehrenamtlichen Helfer angewiesen. Im gesamten Landkreis würden rund 500 ehrenamtliche Helfer sich um Flüchtlinge kümmern. Derzeit kämen auf zwei Asylbewerber ein ehrenamtlicher Helfer. Dies sei der Schlüssel für ein gutes Nebeneinander. „Ich finde es großartig, welche Hilfsbereitschaft in unserem Landkreis vorhanden ist“, lobte der Landrat. 

Er hoffe und wünsche sich, dass auch in Igling die Bereitschaft zu helfen vorhanden sei. Eichinger ging ausführlich auf die Verteilung der Flüchtlinge im Landkreis ein. Nach der Quote müsse bei steigenden Zahlen Igling mit rund 30 Asylbewerbern rechnen. Hurlach und Kaufering lägen aber über dem Durchschnitt. Große Probleme seien ihm aus diesen Orten nicht bekannt, sagte der Landrat. Allerdings gäbe es weiterhin ein Problem wegen fehlender Wohnungen. Das Landratsamt sei dringend auf Angebote aus den Gemeinden angewiesen, sagte der zuständige Sachbearbeiter An- dreas Schwan. Bürgermeister Günter Först schloss nicht aus, dass auch die beiden gemeindeeigenen leer stehenden Wohnungen angeboten werden könnten. 

Eine Containerlösung soll es in Igling nicht geben. Mit den beiden zukünftigen Asyl-Familien scheinen die Iglinger keine Probleme zu haben. Viele Fragen bezogen sich auf die Unterbringung in der Zukunft. Eichinger sagte, rund 80 bis 90 Prozent der Asylbewerber seien jung, männlich und ohne Anhang. Hier wurden bei manchen der Fragen auch die Ängste deutlich. Hinsichtlich Kriminalität oder der Belästigung junger Mädchen konnten sowohl Thomas Eichinger als auch der BRK-Vertreter Johannes Moeske Entwarnung geben. 

Klare Worte fand auch Pfarrer Johannes Huber, der viele Erfahrungen mit Asylbewerbern hat. „Zu Ängsten besteht überhaupt kein Grund“. Thomas Eichinger betonte, wie notwendig Handys für Asylbewerber seien. Sie seien oft die einzige Kommunikationsmöglichkeit der Menschen zu ihren Angehörigen. Hintergrund dieser Aussage ist wohl der oft geäußerte „Neidkomplex“. Eichinger sagte, die Handys würden nicht vom Landratsamt finanziert. In Kürze soll es in Igling eine weitere Veranstaltung geben, zu der alle eingeladen sind, die freiwillig helfen wollen. Ein Termin stand noch nicht fest. „Kommen sie“, appellierte Pfarrer Johannes Huber an die Iglinger.

Siegfried Spörer

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