Nicht rumgraben

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Verläuft auf Privatgrund: der Hungerbach in Seestall. Vor dem Durchlass unterm Kalkbrennerweg weitet er sich an der breitesten Stelle zu einem Mini-Weiher.

Seestall – Einmütig haben die Fuchstaler Gemeinderäte den Beschluss gefasst, dass zum Hungerbach in Seestall ein hydrogeologisches Gutachten in Auftrag gegeben wird. „Sinnlos rumgraben bringt nix“, merkte Bürgermeister Erwin Karg an. Für diese fachliche Untersuchung, die das Ingenieur­büro Rindler aus Landsberg vornehmen wird, sind 6.000 Euro fällig. Weitere 4.000 Euro muss die Gemeinde für eine genaue Höheneinmessung des Bachlaufes in die Hand nehmen.

Gemeinderat Dr. Walter Reitler, der in Seestall wohnt, brachte den Hinweis, dass es in der knapp 600 Einwohner zählenden Ortschaft eine Vielzahl an Grundwasserschächten gebe, die für die Messungen durchaus von Nutzen sein könnten. Ein solches hydrogeologisches Gutachten sei auch mit Blick auf weitere Bauplätze im Dorf sinnvoll, meinte Dr. Reitler, der zugleich um Unterlagen darüber bat, was das Fachbüro bei der Erstellung des Gutachtens im Einzelnen mache.

Im September hatten die Räte zunächst „nur“ beschlossen, den Bewuchs im Gewässer zu entfernen. Bürgermeister Karg sagte zu der Thematik, das Gewässer sei im Flächennutzungsplan eindeutig als „hochwassergefährdetes Gebiet“ deklariert. Wo Grundwasser sei, müsse ein Bauherr den Keller wasserdicht machen. Der Grundwasserpegel sei höher als der Lech im Osten der Ortschaft. Der große Fluss liegt zehn Meter niedriger.

Mehrmals ausgeräumt

Der schmale Hungerbach, der bereits öfters – vor allem nach Starkregen – Wasser in mehrere Keller eindringen ließ, ist seit den neunziger Jahren schon mehrmals ausgeräumt worden. Manchmal sei der Bach ausgetrocknet; das sei der Ansatz dafür, dass er verwachse.

Mit leichter Ironie warf Bürgermeister Karg bei der Debatte im Gemeinderat ein, dass sich zu diesem Thema 300 Seestaller als Experten berufen fühlten. Gemeinderat Heinz Nehrenheim setzte kurz einen drauf: „Es san no mehr“.

Johannes Jais

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