Kreative Notlösungen

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Zum Spielen und Toben haben die Kinder an der Grundschule Kaufering auch in einer gebundenen Ganztagsklasse genug Zeit. Der Gemeinderat unterstützt das Vorhaben, allerdings wird es wohl in den nächsten Jahren keine Mensa für die Ganztagsklassen geben.

Kaufering – Nicht nur Unterricht, sondern auch Spiele, Freizeitaktivitäten und ein gemeinsames Mittagessen sollen in der Grundschule Kaufering bald auf der Tagesordnung stehen. Einstimmig hat nämlich der Marktgemeinderat beschlossen, einen gebundenen Ganztageszug an der Schule zu unterstützen.

„Wir stehen momentan gut da“, erklärte Schulleiterin Henriette Beltz in der Sitzung. Derzeit gebe es 16 Klassen und eine hervorragende Mittagsbetreuung. Allerdings steige die Nachfrage nach einer gebundenen Ganztagsschule – gerade bei berufstätigen Eltern. „Unsere Schule ist eine der größten im Landkreis, sie sollte so ein Angebot haben“, betonte Beltz. Die Mittagsbetreuung platze aus allen Nähten und allein in diesem Schuljahr nutzen 186 Kinder das Angebot. „Wir haben bereits die Eltern der Schulanfänger gefragt – es besteht großes Interesse an einer Ganztagesschule.“ Der Unterricht der Ganztagsklassen findet dann Montags bis Donnerstags von 8 bis 16 Uhr statt, Freitags gehen alle Kinder gleichzeitig um 13 Uhr nach Hause.

Beginnen will Beltz im September in der ersten Klasse, in vier Jahren habe die Schule dann einen vollständigen Ganztageszug bis zur vierten Klasse. Der Schultag sei rhythmisiert – mit Pausen, selbstständigen Arbeitsphasen, Pflichtunterricht und Ruhephasen. Dazwischen sollen den Kindern auch sportliche und kulturelle Angebote zur Verfügung stehen, außerdem verschiedene Freizeitaktivitäten.

An Kosten kämen auf die Marktgemeinde 2500 Euro an zusätzlichen Personalkosten zu – zumindest für die ersten beiden Jahre. Pro Klasse zahlt die Regierung 6000 Euro. „Unser großes Vorhaben ist eine Mensa“, sagte Schulleiterin Henriette Beltz. Momentan essen die Kinder der Mittagsbetreuung in drei Schichten in einem umfunktionierten Klassenzimmer – Ziel sei ein gemeinsamer, großer Raum für Ganztagsschule und Mittagsbetreuung. Ansonsten seien ausreichend Räume und Klassenzimmer vorhanden, auch die Sachausstattung müsse nur geringfügig ergänzt werden.


Kreative Lösung finden


„Bei uns Grünen rennen Sie offene Türen ein“, sagte Gabi Triebel. Bisher sei das Vorhaben gescheitert, da es keine Räume dafür gab. „Aber ich stolpere über die Mensa“, betonte Triebel. In der Gemeinde sei man zur Zeit einfach „finanziell klamm“. Auch zu Castell meinte, dass man zunächst einen sinnvollen Kompromiss finden müsse, bevor man eine Mensa baut. „Jetzt am Anfang können wir ja auch noch mit Notlösungen leben“, versicherte daraufhin Beltz. „Über die Notwendigkeit der Ganztagsschule sind wir uns alle einig“, stellte Bürgermeister Erich Püttner fest. „In unserer Finanzsituation müssen wir eben für die Themen Mensa und Küche eine kreative Lösung finden.“ Er hielt zunächst eine Besichtigung der Schule für keine schlechte Idee, um sich ein Bild zu machen.

Mit 14:4 Stimmen entschieden die Gemeinderäte, das Vorhaben eine gebundene Ganztagsschule einzurichten, zu unterstützen. Henriette Beltz stellt nun bis zum 23. März den Antrag bei der Regierung. Zusammen mit der Schule wolle der Marktgemeinderat bis zum Schuljahr 2014/15 eine sinnvolle und finanzierbare Lösung für eine Mensa in der Grundschule finden.

Janina Bauch

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