Erklärungen wären nicht hilfreich

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In den städtischen Liegenschaften Luibachstraße 5, 7 und 9 (Foto) am nördlichen Orsteingang von Erpfing sind seit Ende November vergangenen Jahres gut 20 Asylbewerber untergebracht, rund 100 weitere in der Schlesierstraße in Kaufering. Die Verhandlungen für den Neubau einer Gemeinschaftsunterkunft in Landsberg laufen noch.

Landkreis – Der Zustrom von Asylbewerbern nach Bayern wächst, die Bezirksregierung sucht intensiv nach Unterbringungsmöglichkeiten, will weitere Gemeinschaftsunterkünfte schaffen. Auch im Landkreis soll eine solche entstehen, aller Voraussicht nach in Landsberg – die Verhandlungen laufen noch. 

Bis zu 60 neue Asylbewerber kommen derzeit täglich in München an, heißt es in einer Pressemitteilung der Regierung von Oberbayern. Bundesweit sei von Januar bis April die Zahl der Flüchtlinge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 73 Prozent gestiegen. In Oberbayern müssen rechnerisch jeden Monat bis zu 438 Personen zusätzlich untergebracht werden. 23 Gemeinschaftsunterkünfte gibt es nach Angaben der Bezirksregierung derzeit, sie beherbergen rund 2400 Men­- schen. Weitere 2250 Flüchtlinge sind dezentral untergebracht.

Rund 120 von ihnen leben im Landkreis Landsberg in Wohnungen in Erpfting und Kaufering. Bereits im vergangenen Oktober kündigten Landrat Walter Eichner und der Landsberger OB Mathias Neuner jedoch an, auch in der Lechstadt eine Gemeinschaftsunterkunft schaffen zu wollen. Spätestens in zwei Jahren, hieß es damals, solle sie zur Verfügung stehen. Im Februar wurde Eichner vom Kreisausschuss offiziell beauftragt, zu diesem Thema Verhandlungen mit der Bezirks­- regierung zu führen. Große Fortschritte gibt es jedoch offenbar bisher nicht zu verzeichnen.

„Wir sind noch nicht viel weiter“, teilt Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamtes, auf Anfrage des KREISBOTEN mit. „Das zieht sich hin. Wir rechnen nicht damit, dass wir heuer noch zum Bauen kommen.“ In diesen Tagen stehe wieder ein Gesprächstermin an, dabei gehe es unter anderem um die Finanzierung des Projekts. Rund 3,5 Millionen Euro soll die Gemeinschaftsunterkunft kosten und Platz für etwa „150 plus X“ Bewohner bieten. Als Standort ist ein Grundstück des Freistaates im Westen der Stadt im Gespräch, das der Landkreis bebauen und an den Freistaat zurückvermieten will.

Verhandlungspartner für die Modalitäten ist die Immobilien Freistaat Bayern (IMBY). Dort gibt man sich auf Nachfrage ausgesprochen zugeknöpft. „Dass es Gespräche gibt, kann man nicht bestreiten“, sagt Ludwig Weichselbaumer, stellvertretender Geschäftsführer der IMBY. „Aber wir sind nicht in einem Stadium, wo es sinnvoll oder hilfreich ist, Erklärungen abzugeben.“

Dass sich dieses Jahr noch viel tut, ist auch deshalb nicht zu erwarten, weil im aktuellen Kreishaushalt keine Planungskosten für das Bauprojekt vorgesehen sind. „In den Haushalt 2014 werden sie aber eingestellt“, beteuert Müller.

Ulrike Osman

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