Ordensobere aus 19 Ländern

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Ordens-Welt in St. Ottilien: Zum Generalkapitel begrüßten Abtpräses Jeremias Schröder (4. von links) und Erzabt Wolfgang Öxler (5. von links) Mitbrüder von vier Kontinenten.

St. Ottilien – 46 Ordensobere und Delegierte von Klöstern in 19 Ländern tagen derzeit in St. Ottilien. Im Rahmen des fast zweiwöchigen Generalkapitels geht es unter anderem um die besonderen Herausforderungen, denen einzelne Klöster gegenüberstehen, um Flüchtlingshilfe und nachhaltiges Wirtschaften. Außerdem berichtet Abt Jeremias Schröder über seine ersten vier Jahre als Vollzeit-Präses.

„Die Bilanz wird sehr positiv sein“, verriet Schröder auf einer Pressekonferenz zum Auftakt der Tagung. Heilfroh sei er, die Doppelbelastung als Erzabt von St. Ottilien und Leiter der internationalen Kongregation los zu sein. 2012 waren die Ämter erstmals in der Geschichte des Ordens getrennt worden. In seiner Funktion als Präses bereist der 51-Jährige die Benediktinerklöster auf vier Kontinenten.

Manche von ihnen sind sehr klein, wie das Kloster Digos auf den Philippinen, in dem nach den Worten von Pater Parik Mariano nur fünf Mönche und zwei Novizen leben. In anderen Teilen der Welt haben die Benediktinerklöster andere Probleme. Die Niederlassung in China muss sich in der Öffentlichkeit möglichst bedeckt halten, „denn sie ist eine ständige Provokation für die chinesischen Behörden“, so Jeremias Schröder.

Deshalb behalten die Missionsbenediktiner den genauen Standort des Klosters lieber für sich. Trotz der prekären Lage kümmern sich die dortigen Mönche aber um zwei Pfarreien und betreiben ein Altenheim, wie Pater Norbert Du berichtete.

Sein venezolanischer Kollege Antonio Gonsalez erzählte vom Niedergang des Landes infolge der gesunkenen Ölpreise. Da sich Lebensmittelimporte stark verteuert hätten, sei seine Abtei St. Joseph im Begriff, die eigene Landwirtschaft wiederzubeleben.

In der Betreuung von Flüchtlingen wollen sich die Benediktiner stärker engagieren – nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Flüchtlingslagern im Nahen Osten. Dazu liegen dem Generalkapitel mehrere Anträge vor. Neu gewählt wird im Rahmen der Tagung der Kongregationsrat, der gemeinsam mit dem Präses die weltweite Gemeinschaft leitet.

Dass die Mission auch im 21. Jahrhundert noch Thema ist, zeigt die Aussendung eines Ottilianer Bruders nach Tansania. Der Arzt Bruder Jesaja Sienz wird die nächsten drei bis fünf Jahre dort in einem Krankenhaus arbeiten.

Ulrike Osman

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