Genug eingespart

So soll das künftige Geltendorfer Feuerwehrhaus einmal aussehen. Die Kosten für den Neubau betragen 2,3 Mio. Euro. 1,5 Mio. Euro entfallen auf die Gemeinde. Grafik: Schleburg

Der Bürgerantrag auf Neuplanung des Geltendorfer Feuerwehrhauses ist vom Gemeinderat abgelehnt worden. Dies nach einer heftigen Diskussion, in der vor allem kritisiert wurde, dass der Bürgerantrag nicht als eigener Tagesordnungspunkt in der Sitzung auftauchte. Einige Räte kündigten an, dieses Vorgehen von der Rechtsaufsicht im Landratsamt prüfen zu lassen. Für zusätzlichen Zündstoff sorgte ein offener Brief, den die Gegner der vorliegenden Planung kurz vor der Sitzung an jeden Gemeinderat geschickt hatten.

In dem Brief setzen sich die Initiatoren des Bürgerantrags wiederum nachdrücklich für eine neue, kostengünstigere Planung ein. Das Schreiben sei aber vor der letzten Sitzung der Arbeitsgruppe Feuerwehr verfasst worden, erklärte Bürgermeister Wilhelm Lehmann (CSU). Inzwischen hätten sich die Unterzeichner teilweise davon distanziert und die vorliegende Planung akzeptiert. Gemeinsam mit der Feuerwehr suche man weiterhin nach Möglichkeiten, den Bau kostengünstiger zu realisieren. Hoiß verärgert „Ich bin sehr verärgert“, erklärte Roman Hoiß, der unter anderem wegen der Querelen um das Feuerwehrhaus im Dezember aus der CSU-Fraktion ausgetreten war. „Der Bürgerantrag ist von großem öffentlichen Interesse und steht nicht einmal auf der Tagesordnung.“ Tatsächlich tauchte das Thema dort nur als „Feuerwehrhaus Geltendorf: Einsparpotential entsprechend dem Beschluss vom 16.12.2010“ auf. Damals war der Bürgerantrag zurückgestellt worden, um im Arbeitskreis gemeinsam mit Feuerwehrvertretern und Gegnern nach Einsparungsmöglichkeiten zu suchen. Diese wurden laut Lehmann zwischenzeitlich in die Planung eingearbeitet. Auch gebe es Möglichkeiten, bei der Bauausführung Geld zu sparen. „Dem Bürgerantrag wurde somit Rechnung getragen“, hieß es im Beschlussvorschlag, den der Rathauschef dem Gremium vorlegte. „Man kann über den Antrag nicht so hintenrum abstimmen“, empörte sich Hoiß. Er werde die Rechtsaufsicht des Landratsamts einschalten. Eckhart Georg Miehle hatte ebenfalls „formelles Bauchgrimmen“. Sebastian Popfinger (CSU) bemängelte „mangelnde Transparenz und Ehrlichkeit gegenüber den Bürgern“. Auch Christian Engelstädter (CSU) war dagegen, den Bürgerantrag zu „verstecken“ und forderte eine Sondersitzung. Deutliche Mehrheit Nach zwei öffentlichen Veranstaltungen, bei denen die Feuerwehr ihre Planung eingehend erläutert habe, brauche man keine Sondersitzung mehr, entgegnete Bürgermeister Lehmann. Immerhin änderte er die Formulierung im Beschluss in ein eindeutiges „Dem Bürgerantrag vom 30.11.2010 wird nicht stattgegeben“. Mit 12:6 Stimmen wurde der Beschluss angenommen.

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