Geregelte Verhältnisse in Hofstetten

Den Ein­druck eines zufriedenen Gemeindeoberhauptes hat er am Freitag im Büro des Landrates fürwahr nicht gemacht: Eher mürrisch, gleichwohl mit dem gebotenen Anstand lobte Hofstettens Bürgermeister Benedikt Berchtold jun. die soeben unterzeichnete Ver­ein­barung mit dem Landkreis. Den Fort­bestand des Abfall­wirt­schafts­zen­trums (AWZ) in Hofstetten sichert sie nun auf unbefristete Zeit – ausgenommen die Umladestation, deren Laufzeit auf 30 Jahre festgeschrieben wurde. Landrat Walter Eichner (CSU) unterschrieb das Papier mit großer Genugtuung, garantiert es doch „geregelte Verhältnisse für die Zukunft“.

Es sei alles andere als leicht gewesen, die „hartnäckigen aber stets fairen“ Verhandlungen mit der Gemeinde Hofstetten zu einem für beide Seiten zufriedenstellenden Ergebnis zu führen, erinnerte Eichner beim Presse­ge­spräch. Die Hofstettener Bürger hätten ihn im vergangenen Jahr „zweimal ganz schön zusammeng’rupft“, weil man dort mit dem Weiterbetrieb des Abfallwirtschaftszentrums absolut nicht einverstanden war. Im Einvernehmen mit der Gemeinde hatte es der Landkreis Ende der 80er Jahre eingerichtet – westlich von Hofstetten gelegen, zu­nächst als Kreishausmülldeponie. Nach zehn Jahren schlossen dann beide Seiten eine bis zum 31. Dezember 2009 laufende Ergänzungsvereinbarung ab, die es nun zu erneuern galt – zumindest wollte das die Kreis­oberen so. Roter Faden Das Thema habe sich wie ein roter Faden durch die Gemeinderatssitzungen des vergangenen Jahres gezogen, erinnerte Hofstettens Bürgermeister. Um die eigenen Interessen entsprechend vertreten zu können, habe die Gemeinde ein „gutes Anwaltsbüro“ aus München enga­- giert, ohne je gegen den Landkreis klagen zu wollen. „Wir können mit der jetzigen Vereinbarung zufrieden sein“, grantelte Berchtold jun. ein wenig. Und fügt hinzu: „Die unbefristete Laufzeit war unser größtes Problem, die wollten wir nicht haben.“ Wohl auch aus diesem Grund sei das Votum des Gemeinderates nicht einstimmig ausgefallen. Geld und mehr Laut neuem Vertrag erhält Hof­stetten 500000 Euro als Ersatzleistung für die ursprünglich geplante West­um­fah­rung, die der Landkreis bauen sollte. Dieses Projekt wurde vor geraumer Zeit fallen gelassen, da­für steuert der Kreis weitere 100000 Euro für den Umbau Einmündung der Landsberger Straße in die Kreisstraße LL23 bei. Weiterhin steht der Landkreis in der Pflicht, die ehemalige Deponie zu rekultivieren, die Anlieferbedingungen zu optimieren, ausschließlich Abfälle aus dem Landkreis Landsberg anzunehmen und umzuladen, die AWZ-Nutzung nicht ohne Einflussnahme an Dritte zu übertragen und die Gemeinde über alle anstehenden Änderungen rechtzeitig zu informieren. Damit nicht genug: Der Landkreis wird die Müllumladestation dem „Stand der Technik“ anpassen. Dazu werde an anderer Stelle des 10,6 Hektar großen Areals eine Halle gebaut, kündigte Johann Bernauer, Leiter des Abfallwirtschaftsreferates, an. Weiterhin verpflichtet sich der Landkreis, im gesamten Gemeindegebiet keine weitere Deponie mehr zu errichten oder zu betreiben. Dafür richtet er aber noch einen Wertstoffcontainerplatz in Hofstetten ein. Zuguterletzt gab der Landrat dem Bürgermeister noch mit auf den Nachhauseweg, dass der Landkreis besonders darauf achten werde, dass Hofstetten vom Betrieb des AWZ möglichst wenig tangiert werde.

Meistgelesene Artikel

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Aufprall auf Lkw

Buchloe/Landsberg – Ein Unfall auf der A96 bei Wiedergeltingen im Landkreis Unterallgäu hat am vergangenen Dienstag für einen 53-jährigen Autofahrer …
Aufprall auf Lkw

Der Entwurf steht

Landsberg – Die Hochwasserschutzmauern oberhalb der Karolinenbrücke sind 1913 erbaut worden – nach über hundert Jahren sind sie marode und müssen …
Der Entwurf steht

Kommentare