Gerührt, bewegt und stolz

Bauunternehmer Peter Dobler (2. von links) überreichte, unterstützt von zwei Mitarbeitern, einen symbolischen Schlüssel an iwis-Chef Johannes Winklhofer (links) und seinen Vater Gerhard (rechts). Foto: Osman

Begonnen hat alles mit simplen Fahrradketten. Heute ist die Firma iwis motorsysteme Weltmarktführer in der Herstellung von Präzisionsketten und mechanischer Antriebstechnik für die Automobilindustrie sowie den Maschinen- und Anlagen­-bau. Am Samstag eröffnete das Unternehmen im Frauenwald eines neues Betriebsgebäude im Rahmen eines großen Familientages.

„Ich werde von Mitarbeitern oft gefragt, ob sie ihren Angehörigen ihren Arbeitsplatz zeigen dürfen“, beschrieb Werksleiter Stefan Thiemermann. „Normalerweise geht das aus Sicherheitsgründen natürlich nicht.“ An diesem Samstag jedoch tummeln sich Mitarbeiter und Besucher samt Familien in der neuen Produktionshalle. Die Maschinen, an denen hier künftig gearbeitet wird, stehen noch fest verpackt am Rande des Geschehens. Hochkarätige Gäste, darunter Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) und Erzabt Jeremias Schröder vom Kloster St. Ottilien, sind gekommen, um dem fast hundert­jährigen Unternehmen zu gratulieren; es wird heute von der vierten Generation der Familie Winklhofer geführt. Dass iwis im Jahr 2000 zusätzlich zum Hauptsitz in München und einem Standort in Tschechien eine Niederlassung in Landsberg eröffnete, verdankt die Stadt dem puren Zufall. „Wir hatten damals ein Team gebildet, das 20 Standorte in ganz Europa auf ihre Eignung untersucht hat“, erinnerte sich der geschäftsführende Gesellschafter Johannes Winklhofer. Da ergab sich im Rahmen einer Oldtimer-Rallye, nämlich der Her- komer-Konkurrenz, ein Gespräch mit dem damaligen Oberbürgermeister Franz Xaver Rößle (UBV). Er berichtete vom geplanten Gewerbegebiet im Frauenwald – und wenige Monate später ließ iwis die Bagger anrollen. Schon nach wenigen Jahren sei klar gewesen, dass ein Erweiterungsbau gebraucht wurde, erinnerte Winklhofer. Das neue Gebäude umfasst im Erdgeschoss 3000 Quadratmeter Produktionsfläche, im Obergeschoss sind Büros, Sozialräume und das iwis-Museum untergebracht. „Wir haben außerdem unsere Ausbildungseinheit deutlich vergrößert“, berichtete Winklhofer. Insgesamt arbeiten in München und Landsberg rund 1000 Mitarbeiter und 60 Auszubildende. In den kom­-men­den Jahren sollen allein in Landsberg etwa 100 neue Arbeitsplätze entstehen. Außerdem sind Niederlassungen in den USA und China geplant. iwis habe die Zeichen der Zeit stets früher erkannt als andere, lobte Wirtschaftsminister Zeil in seinem Grußwort. „Bereits seit 1973 existiert ein Betriebskin­der­garten, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.“ Auch das firmeninterne Bildungswerk zeige, wie sehr dem Unternehmen das Fortkommen der Mitarbeiter am Herzen liege. Soziale Orientierung und gesellschaftlichen Anspruch bescheinigte denn auch OB Ingo Lehmann (SPD) dem Unternehmen. Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern, lobte Kontinuität und Stehvermögen der Winklhofers, und Bertram Brossardt würdigte als Vertreter der Metallarbeitgeber „die formidable Entscheidung, in Deutschland zu bleiben“. Peter Dobler, Inhaber der ausführenden Baufirma, wünschte sich, dass das neue Gebäude „möglichst schnell zu klein wird“, bevor Erzabt Jeremias Schröder die förmliche Segnung der Produktionsstätte vornahm. Seniorchef Gerhard Winklhofer zeigte sich „gerührt, bewegt und stolz“ und nannte als Erfolgsfaktoren des Unternehmens das Vertrauen der Kunden und die Fähigkeiten der Mitarbeiter, aber auch deren Einbeziehung in Entscheidungen. „Wir haben die Mitbestimmung immer voll und ganz gelebt. Vertreter der Belegschaft und Management waren gemeinsam für das Wohl des Unternehmens tätig.“ Sogar für die Gewerkschaften fand Winklhofer lobende Worte. „Sie haben uns hart, aber immer fair und wohlwollend begleitet.“ Vor zwölf Jahren hat Winklhofer senior im Unternehmen den Taktstock an seinen Sohn übergeben, am Samstag nahm er ihn buchstäblich noch einmal auf und dirigierte live Frank Sinatras „New York, New York“, gespielt – natürlich – von der Musikgruppe der Johann-Winklhofer-Realschule

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