Alles andere wäre "Stillstand"

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Für die Mehrzweckhalle stellt die Gemeinde Reichling ein Gesamtkonzept auf.

Reichling – Ein großes Projekt hat sich die Gemeinde Reichling vorgenommen: An der Mehrzweckhalle sollen jetzt umfangreiche Maßnahmen durchgeführt werden. Es sei ein „großes Gesamtkonzept“ für die Zukunft, erklärte Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler. Doch es müsse gehandelt werden: „Nichts zu tun, wäre Stillstand“, betonte sie in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Zum einen möchte die Gemeinde die Erfordernisse hinsichtlich der Versammlungs- stättenverordnung erfüllen. Ziel ist es, dass bei Veranstaltungen bis zu 500 Menschen die Halle besuchen dürfen. Derzeit können insgesamt nur 200 Leute eingelassen werden (einschließlich Bedienungen etc.) – was bei Veranstaltungen wie etwa dem jährlichen Osterkonzert des Musikvereins, Konzerten der Young People Band oder auch den Theateraufführungen nicht ausreicht. Zum anderen sollen in diesem Zuge aber auch andere, teilweise schon länger angedachte Maßnahmen gleich mit gemacht werden. Das alles soll im Rahmen eines Gesamtkonzeptes geschehen. 

Planer Hans Riesemann erläuterte dem Gemeinderat, welche Umbauten in der Mehrzweckhalle sinnvoll beziehungsweise notwendig wären, um diese in eine Versammlungsstätte umzuwandeln. Diesbezüglich müsste zum einen der Brandschutz verbessert werden. Die Halle verfügt zwar bereits über feuerbeständige Wände, jedoch müssen noch feuerdichte, selbstschließende Türen eingebaut werden. Das größte Problem stellt die Decke dar: Denn die untere Dachkonstruktion mit Nagelbindern entspricht nicht den Vorschriften. Es muss daher eine neue, abgehängte Decke mit Metallprofilen eingezogen werden. 

Dabei wäre es sinnvoll, wenn die Gemeinde im Zuge dieser Arbeiten auch gleich den Wärmeschutz, die Beleuchtung und die Beschallungstechnik in die Maßnahme mit einbeziehen würde. Was die Rettungswege betrifft, so sind hier nur kleinere Maßnahmen notwendig. Im Keller sollten funkvernetzte Rauchmelder montiert werden. Auch bei der Konzertbestuhlung müssen künftig andere Vorschriften eingehalten werden: Die Stühle müssen reihenweise miteinander verbunden werden. Dies kann mit Hilfe von Clips bewerkstelligt werden, die die Stühle zusammenhalten. Beim Großprojekt Mehrzweckhalle will die Gemeinde aber nicht nur die Versammlungsstättenverordnung ins Auge fassen, sondern auch andere nötige Maßnahmen mit in das Gesamtkonzept einfließen lassen. 

So soll beispielsweise im Erdgeschoss ein behindertengerechtes WC eingebaut werden. Schon seit längerem ist auch geplant, die Duschen zu erneuern. Die Wasserversorgung soll durch eine Ringleitung ersetzt werden. Welche Maßnahmen alle zum Tragen kommen werden, steht noch nicht genau fest. Dies wird jetzt erst einmal in einer Arbeitsgruppe besprochen. Dieser Arbeitsgruppe gehören Planer Hans Riesemann und die Gemeinderäte Dieter Rapp, Hubert Frankl, Alfons Schelkle, Heidrun Höbel und Alexander Graf an. 

„Es muss jetzt erst ausgelotet werden, was alles gemacht werden soll“, sagte die Bürgermeisterin. Es sei aber damit zu rechnen, dass alles in allem ein paar hunderttausend Euro auf die Gemeinde zukommen werden. Die Mehrzweckhalle war im Jahr 1975 eingeweiht worden. „Sie wird unwahrscheinlich viel genutzt und ist jeden Tag in Betrieb“, unterstrich Horner-Spindler. Der Gemeinderat fasst erst einmal einstimmig den Grundsatzbeschluss, dass er für die Mehrzweckhalle die Genehmigung zu einer Versammlungsstätte beantragen wolle, und dass die Planungen für den Umbau weiterverfolgt werden sollen.

Manuela Schmid

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