Gescheitert in den letzten Sekunden

Am Schluss gab es für die Landsberger, hier Josef Egger, kein Durchkommen gegen den FC Bayern. Fotos: Krivec

Am Ende fehlten gerade einmal zwei mickrige Punkte zum Happy End: Mit 79:81 verloren die Landsberger Basketballer am vergangenen Samstag vor rund 700 Zuschauern im heimischen Sportzentrum gegen den FC Bayern München 2. Damit verpassten die Lechstädter die Revanche für die Hinspielniederlage und die Chance auf eine Vorentscheidung in der Meisterschaft. Denn durch den Sieg ist der FCB bis auf zwei Punkte in der Tabelle an den Spitzenreiter der 2. Regionalliga Süd herangerückt.

Längst war das Licht im Sportzentrum ausgegangen, hatten die Cheerleader ein Spalier gebildet und der Hallensprecher mit der Vorstellung der Landsberger Spieler begonnen, da drängten sich immer noch Leute am Eingang. Einen derartigen Ansturm hatte man bei einem Basketballspiel der DJK schon länger nicht mehr erlebt, genauer gesagt seit dem freiwilligen Rückzug aus der 1. Regionalliga vor zwei Jahren. Radikal hatten die Verantwortlichen damals das Gesicht des Teams verändert, man wollte weg von bezahlten in- und ausländischen Profis, die mit spektakulärem Spiel zwar das Publikum begeisterten, dem eigenen Nachwuchs jedoch nur die Rolle des Bankdrückers ließen. Nicht alle Anhänger konnten die Entscheidung verstehen und sahen sich durch die ersten Spiele der vergangenen Spielzeit bestätigt, die alles andere als basketballerische Feinkost darstellten. Doch die Verantwortlichen und Trainer Roman Gese blieben dem eingeschlagenen Kurs trotz rückläufiger Zuschauerzahlen treu. Als sich am Samstag nun die Ränge im Sportzentrum fast bis auf den letzten Platz füllten, strahlten die Vorstände Horst Geiger und Matthias Fiebich förmlich um die Wette, war es doch eine Art Bestätigung für die Arbeit der vergangenen Monate. Natürlich aber hätten auch die Vorzeichen der Partie nicht besser sein können. Erster gegen Zweiter, auf der einen Seite der FC Bayern München mit einer Mannschaft voller Ausnahmekönner, die nichts anderes als den Aufstieg vor der Saison als Ziel ausgegeben hatte. Auf der anderen Seite der Spitzenreiter aus Landsberg, der seit Wochen mit begeisterndem Teambasketball von Sieg zu Sieg eilte und seine einzige Niederlage ausgerechnet gegen den FCB erlitten hatte. Dass hier die beiden besten Mannschaften der 2. Regionalliga Süd aufeinandertrafen, daran bestand bereits nach den ersten Minuten kein Zweifel mehr. Sehenswerte Spielzüge wechselten sich auf beiden Seiten ab. Schien ein Team die Oberhand zu gewinnen, legte das andere mit einem Zwischenspurt nach. Knapp ging das erste Viertel so an den FCB (22:25), den zweiten Spielabschnitt entschieden dagegen die Landsberger mit zwei Zählern für sich (40:41). Auch nach der Pause büßte die Partie nichts von ihrer Intensität und Klasse ein. Angeführt von Xaver Egger gelang es den Landsbergern jetzt allerdings, sich einen kleinen Vorsprung zu erarbeiten. Zwei Minuten vor Schluss hielt es die Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen, die Revanche schien plötzlich greifbar nahe, die Münchner lagen mit fünf Punkten zurück. Doch wie wenig ein solcher Vorsprung im Basketball zu bedeuten hat, mussten an diesem Abend die Gastgeber erfahren. Ein Dreier, Fouls und verwandelte Freiwürfe – plötzlich waren nur noch zehn Sekunden zu spielen und die DJK lag mit zwei Zählern zurück. Dabei hatten die Landsberger zuvor durchaus die Chance gehabt, die Partie zu entscheiden. Doch Christoph Peters verfehlte seinen Versuch von der Dreierlinie, Marco Geidosch brachte den Rebound nicht im Korb unter und Xaver Egger, der sonst zu den sichersten Freiwerfern seines Team gehört, warf gleich vier Versuche von der Linie daneben. Dann folgte der letzte Angriff der Gastgeber, zehn Sekunden, die wie in Zeitlupe zu vergehen schienen, zehn lange Sekunden, um zumindest die Verlängerung zu erzwingen. Irgendwie landete der Ball unter dem Korb bei Kapitän Michael Teichner, der nur noch den Korbleger vollenden musste, doch sein Versuch ging zum Entsetzen der Zuschauer und seiner Teamkollegen daneben. Aber der 30-Jährige kam noch einmal an den Ball, tippte ihn im Akt schierer Verzweiflung Richtung Freiwurflinie, wo Marco Geidosch stand. Noch ein Wurf, der die Erlösung bringen konnte, doch auch dem Center versagten die Nerven. Es war die letzte Gelegenheit der Landsberger, dann ertönte die Schlusssirene. 79:81. Wieder verloren. Für einen kurzen Moment wurde es still in der vollbesetzten Halle. Die Enttäuschung, sie stand den Landsberger Spielern ins Gesicht geschrieben. Doch auch wenn die Niederlage im ersten Moment schmerzte, als sich die Landsberger beim Publikum bedankten, feierten die Zuschauer ihr Team, als hätte es gerade die Meisterschaft gewonnen. Zumindest Trainer Roman Gese konnte da schon wieder lächeln.

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