Kinderkrebsforschung unterstützen

Die direkte Rückmeldung fehlt

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Die Pharmaindustrie lässt seltene Krebserkrankungen bei Kindern meist links liegen, weil daran nichts zu verdienen ist. Deshalb unterstützt die GKKF, die von betroffenen Eltern gegründet wurde, speziell diesen Forschungsbereich.

Walleshausen – Die Gesellschaft für Kinderkrebsforschung (GKKF) feiert ihr fünfjähriges Bestehen. Am Samstag, 18. Oktober, ist die Öffentlichkeit ab 20 Uhr zu einem Fest in die Alte Brauerei in Stegen eingeladen – mit Live-Musik, Kabaretteinlagen und Buffet. Alle Künstler treten ohne Gage auf, auch die Räumlichkeiten und das Essen werden den Veranstaltern gespendet.

Der Eintrittspreis von 15 Euro fließt komplett in die Forschungsprojekte, die die GKKF unterstützt. Da das Spendenaufkommen in letzter Zeit zurückgegangen ist, hofft man auf einen erfolgreichen Abend – auch, um wieder verstärkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.

„Wir möchten uns gerne bekannter machen, aber kein Geld für Werbung ausgeben“, sagt GKKF-Vorsitzende Julia Andres. Das ist das eine Dilemma, in dem der Verein steckt. Das andere: Der gute Zweck, den die GKKF verfolgt, ist schwer greifbar und daher der Öffentlichkeit nicht leicht zu vermitteln. Die Spendengelder fließen in Forschungsprojekte, mit denen Therapien für seltene Tumorerkrankungen bei Kindern gefunden werden sollen. Doch von der Forschung bis zum Erfolg ist der Weg weit. „Die Spender bekommen nicht die unmittelbare Rückmeldung, dass einem Kind geholfen werden konnte“, sagt Andres.

Aktuell finanziert die GKKF zwei Forschungsprojekte, die sich mit einer vor allem bei kleinen Kindern auftretenden Krebsart beschäftigen, den Rhabdoidtumoren, die zu mehr als 50 Prozent tödlich verlaufen. An der Uni Münster sucht eine Forschergruppe nach wirksamen Medikamenten, finanziert mit knapp 70000 Euro von der GKKF. „Trotz guter Zwischenergebnisse können wir dieses Projekt leider kein weiteres Jahr un­terstützen“, bedauert Andres. Das Geld reicht einfach nicht. Weiter läuft dagegen die bereits zugesagte Förderung eines Projekts am Klinikum Augsburg, das sich auch mit den Rhabdoidtumoren befasst. „Hier haben wir über zwei Jahre insge­samt 90000 Euro zugesagt.“

Im Rahmen der Jubiläumsfeier will die GKKF einen zum Selbstkostenpreis produzierten Werbespot präsentieren, in dem sie sich und ihr Anliegen vorstellt. Er soll danach auf YouTube zu sehen sein. Dass die Kinos der Region bereit sein könnten, den Spot kostenlos zu zeigen, wagt man kaum zu hoffen…

Weitere Informationen über die GKKF und die Jubiläumsfeier gibt es auf www.kinder-krebs-forschung.de; Karten man via E-Mail vorbestellen: vorstand@gkkf.de.

Ulrike Osman

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