"Motoren der medizinischen Versorgung"

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Der designierte Landsberger GPA-Kreisvorsitzende Rainer Jünger (Mitte) hatte hochkarätige Mitstreiter zu Gast. Links Peter Rahn, Vorstand des Klinikums Landsberg und MdL Bernhard Seidenath. Rechts der CSU-Stimmkreisabgeordnete Alex Dorow und Dr. med. Christian Alex, Landesvorsitzender des Gesundheitspolitischen Arbeitskreises der CSU.

Hofstetten – Hochkarätige Geburtshelfer aus Medizin, Gesundheitswesen und Politik waren in das Landhotel „Zur Alten Post“ nach Hofstetten gekommen, um der Gründung eines Landsberger Kreisverbandes des „Gesundheitspolitischen Arbeitskreises“ (GPA) der CSU Impulse zu geben. Der designierte GPA-Kreisvorsitzende Rainer Jünger konnte den Landesvorsitzenden Dr. Christian Alex begrüßen, dazu die Chefs der Bezirksverbände Oberbayern und Schwaben, MdL Bernhard Seidenath und Marc Löchner. Alex Dorow, der CSU-Stimmkreisabgeordnete für Landsberg, freute sich, dass viele regionale Mediziner und Vertreter aus dem Gesundheitswesen der Einladung gefolgt waren. Interessierter und diskussionsfreudiger Gast war auch Peter Rahn, der Vorstand des Klinikums Landsberg.

Der Arbeitskreis der CSU wurde bereits 1962 gegründet und gestaltet seitdem aktiv die Gesundheitspolitik in Bayern und Deutschland mit. In den Kreis- und Bezirksverbänden setzen sich Mediziner und Vertreter aller Gesundheits- und Pflegebereiche sowie der Pharmaindustrie für eine bestmögliche gesundheitliche Versorgung der Bürger in Bayern ein. MdL Bernhard Seidenath, der Gesundheitspolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, betonte in seiner Rede die hervorragende und effektive Zusammenarbeit mit Melanie Huml, der Bayerischen Staatsministerin für Gesundheit und Pflege.

Nur Bayern habe das Wort Pflege in die Bezeichnung des Ministeriums aufgenommen. Denn die Pflege muss so gestaltet werden, dass jedem soviel Lebensqualität wie möglich im Alter erhalten bleibt. Der demographische Wandel im Allgemeinen und die Altenpflege im Besonderen seien zwei Megathemen, bei deren politischer Gestaltung der GPA mitwirke. Zu der menschenwürdigen Alten- und Krankenpflege in möglichst hoher Qualität gehörten Maßnahmen zur Stärkung pflegender Angehöriger („Noch ist die Familie der größte Pflegedienst!“) und gegen den Fachkräftemangel in den Pflegeberufen. Hier müsse man viel mehr junge Leute in die Ausbildung bringen und durch attraktivere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen dafür sorgen, dass sie auch in den sozialen Berufen bleiben.

Zum Mangel in den Pflegeberufen und zur steten Steigerung der Pflegekosten warnte Bernhard Seidenath: „Wir sitzen in einem Zug, der mit 200 km/h an die Wand fährt. Es müssen dringendst Lösungen her!“ Der GPA arbeite intensiv an Vorschlägen mit. Ein weiteres Schwerpunktthema des GPA sei die wohnortnahe Versorgung mit Hausärzten, Fachärzten und Apotheken sowie eine bedarfsgerechte Krankenhausversorgung flächendeckend in allen Landesteilen. Das Problem mit den durch Überalterung und Ruhestand fehlenden Hausärzten auf dem Lande habe man mittlerweile wenigstens teilweise gelöst.

Der Freistaat fördert mit 60.000 Euro die Niederlassung eines Arztes in Gemeinden unter 20.000 Einwohnern. Und Medizinstudenten erhalten vier Jahre lang eine Förderung von monatlich 500 Euro, wenn sie sich verpflichten, nach dem Studium auf den Lande zu praktizieren. In der „Dauerbaustelle Gesundheitsreform“ solle auch die Prävention einen viel größeren Stellenwert bekommen. In Betrieben müsse ein „Gesundheitsmanagement“ eingeführt werden und die Bürokratie im Gesundheits- und Pflegewesen auf ein Minimum reduziert werden.

MdL Bernhard Seidenath führte weiter aus, dass die fünf Uni-Kliniken in Bayern (mit Augsburg bald sechs) die „Motoren der medizinischen Forschung“ seien. Auch hier würde es hilfreich sein, wenn die Digitalisierung des Gesundheitswesens nicht durch übertriebenen Datenschutz ausgebremst werde. Ärzten in Praxen und Kliniken würde man die Arbeit enorm erleichtern, wenn man mit einem Klick auf die vollständige Krankheitsakte und Medikation eines Patienten zurückgreifen könne. Peter Rahn, der Vorstand des Klinikums Landsberg, wünschte sich in der Diskussionsrunde die baldige Einführung einer elektronischen Patientenkarte.

Mit Humor wurde von den Gästen aufgenommen, dass bei vielen jüngeren Patienten der Arzt nur noch als „medizinischer Berater“ und Rezepteverschreiber gesehen werde. Über das Internet oder Apps wie „Ask a Doctor“ habe man sich bereits schlau gemacht und käme mit der fertigen „Hausmannsdiagnose“ in die Praxis… Die abschließende Diskussionsrunde zeigte eine große Bereitschaft der Gäste aus Stadt und Landkreis, bei den vielfältigen Themen des GPA aktiv mitzuarbeiten.

Bis zur zeitnahen Gründung des Kreisverbandes Landsberg können sich weitere Interessenten aus allen Bereichen des Gesundheits- und Pflegewesens beim designierten Kreisvorsitzenden Rainer Jünger per E-Mail (rainer.juenger@csu-landsberg.de) melden. Eine Parteimitgliedschaft in der CSU sei keine Voraussetzung, wie Rainer Jünger betonte. Wichtig sei allein die Bereitschaft, sich mit Ideen in die Gesundheits- und Pflegematerie aktiv einzubringen.

Dieter Roettig

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