Miese Stimmung

Leihflügel im Landsberger Bibliotheksaal beschädigt

+
Ansage: Franz Lichtenstern informiert über die außergewöhnliche Stimmaktion am Flügel.

Landsberg – So kommt schlechte Stimmung auf! Aber nicht musikalisch, sondern vielmehr atmosphärisch. Mehr als ein Ärgernis ist die Tatsache, dass in den wertvollen Bösendorfer-Flügel im Bibliotheksaal des Agrarbildungszentrums Feuchtigkeit eingedrungen ist. Dieses Instrument ist eine Leihgabe des Staatstheaters am Münchner Gärtnerplatz, weil dort umge- baut wird. Wegen des Schadens muss der Flügel einer gründlichen Reparatur unterzogen werden, die voraussichtlich einige tausend Euro kostet.

Dass sich im Bösendorfer-Flügel Feuchtigkeit ausgebreitet hat, ist erst kurz vor dem jüngsten Kammermusik-Konzert im Bibliothekssaal, das am vergangenen Sonntagabend stattfand, festgestellt worden. Es wird davon ausgegangen, dass ein Getränk verschüttet wurde.

Für die Aufführungen wird der Flügel jeweils von einem Fachmann gestimmt – eigentlich eine Routinemaßnahme. Diesmal aber hatte Winfried Vetter vom Denklinger Klavierhaus „Alles Piano“ dafür reichlich Stunden opfern müssen. Dies erklärte Franz Lichtenstern; der aus Landsberg stammende Cellist vom Gärtner- platztheater organisiert bereits seit 2009 die Kammerkonzerte im Bibliotheksaal. Er bedankte sich bei Vetter mit einem kleinen Präsent.

Zum Einsatz kam der Flügel diesmal in einem Quartett für Violine, Viola, Violoncello und Klavier von Reynaldo Hahn. Wie auch Pianistin Anke Schwabe schilderte, sei durch das Eindringen der Feuchtigkeit im Bereich der Tasten und der vor- deren Saiten die Stimmung bis vor der Probe unter 435 Hertz gewesen – weit unter dem normalen Maß von 440 bis 442 Hertz. Im abendlichen Konzert ging der Bösendorfer-Flügel nach der auf- wändigen Stimmaktion am Wochenende allerdings einwandfrei.

Ärgerlich ist der Schaden erst recht, weil das Instrument eine Leihgabe ist. Die Tage nach dem Kammerkonzert werden auch dazu genutzt, den Verursacher ausfindig zu machen und die Angelegenheit zu klären. Der Personenkreis, der Zugang zum Bibliothekssaal im Landsberger Agrarbildungszentrum hat, ist überschaubar. Ebenso ist zu hinterfragen, warum das wertvolle Instrument nicht mit einer Hülle überzogen war und so erst die Feuchtigkeit ins Innere gelangen konnte.

Im zweiten Stock

Der Aufwand für eine Renovierung in der Werkstatt sei beträchtlich. Das habe, so erklärt es Daniela Vetter, allein schon mit dem Transport des Flügels zu tun, der sich im zweiten Stockwerk befindet und im Treppenhaus vorsichtig nach unten bzw. bei der Rückkehr wieder nach oben befördert werden muss. Bleibt die Hoffnung, dass der Verursacher entsprechend versichert ist.

Johannes Jais

Meistgelesene Artikel

Teststadt für "intelligente Mobilität"?

Landsberg – Wie kann man erreichen, dass die Bürger und Besucher der Lechstadt im Jahr 2035 problemlos, zeitsparend und umweltgerecht mobil sind? Das …
Teststadt für "intelligente Mobilität"?

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Ein Blick über den Tellerrand

Dießen – „Wenn ich an seinem Ufer steh weiß ich, ich liebe ihn, den Ammersee“ – mit einer Hymne auf Dießen und den Ammersee, gesungen und gespielt …
Ein Blick über den Tellerrand

Kommentare