Gewappnet für den Notfall?

Auch größere Unfälle – wie jener im Februar im Echinger Tunnel auf der A96 (Bild) – sind Szenarien, bei denen eine schnelle und umfassende Hilfe für die Beteiligten sicher gestellt sein muss. Foto: Lorenz

Es ist Winter und es schneit, so stark, dass mancher Ort im Landkreis über die normalen Straßen mit normalen Fahrzeugen nicht mehr erreichbar ist. Was sich wie eine Szene aus einem Hollywood-Film anhört, ist auch hierzulande ein durchaus realistisches Szenario. Eine von Landrat Walter Eichner (CSU) in Auftrag gegebene Soll-Analyse ermittelte nun für solche Fälle den Handlungsbedarf im Bereich des vorbeu­- genden Katastrophenschutzes im Landkreis Landsberg.

Der 2. Kreisbereitschaftsleiter des BRK Landsberg, Christian Hess, stellte die Ergebnisse seiner Studie dem Kreisausschuss vor. Demnach müsste der Landkreis rund 445000 Euro investieren, um für die Bewältigung von größeren Katastrophen mit einer Vielzahl an Hilfsbedürftigen gewappnet zu sein. Hess geht wie in den angrenzenden Landkreisen Starnberg, Fürstenfeldbruck und Weilheim-Schongau davon aus, dass 0,5 Prozent der Landkreisbevölkerung im Bedarfsfall versorgt werden müssen. Das entspricht im hiesigen Landkreis rund 500 Personen. Jene müssten im Katastrophenfall in Notunterkünf­- ten untergebracht werden können. Dazu sieht das Konzept die Anschaffung von zwei Materialcontainern mit entsprechender Ausrüstung vor, die mit den bereits im Landkreis vorhandenen vier Trägerfahrzeugen an den Einsatzort transportiert werden. Die gesamte Notfallausrüstung würde mit rund 260000 Euro zu Buche schlagen, erklärte Hess. Mobile Großküche Langfristig will der Kreisbereitschaftsleiter mit der Anschaffung einer mobilen Großkücheneinheit eine weitere Ver­- sorgungslücke schließen. Denn die derzeit dafür vorgesehene Schnelle-Einsatz-Gruppe sei nach der bayernweiten Reduzierung der Verpflegungseinheiten um die Hälfte nicht mehr in der Lage, bei zeitgleichen Einsätzen im Landkreis die Verpflegung von Einsatzkräften und betroffenen Personen sicherzustellen, erläuterte Hess. Die Kosten hierfür beziffert der Kreisbereitschaftsleiter auf weitere 185000 Euro. Die vom Kreisausschuss in diesem Fall als Partner ins Spiel gebrachte Bundeswehr ist für Hess keine Alter­- native. Anders als wie noch vor 15 Jahren sei die Bundeswehr mittlerweile selbst in solchen Situationen auf fremde Hilfe angewiesen, so Hess. Freiwillige Umsetzung Noch ist offen, ob das Konzept im Landkreis umgesetzt wird. Denn eine gesetzliche Pflicht dafür bestehe nicht, vielmehr handle es sich um eine freiwillige Aufgabe der Kreisverwaltungsbehörden, wies Landrat Walter Eichner die Mitglieder des Kreisausschusses hin. Gleichwohl wolle man das Thema weiterverfolgen. Über die Bereitstellung der erforderlichen finanziellen Mittel soll im Rahmen der Haushaltsberatungen entschieden werden. Angesichts leerer Kassen könne eine Teilbeschaffung allerdings wohl erst 2012 erfolgen, so Eichner. Der Kreisausschuss beauftragte daher die Verwaltung, eine Prioritätenliste zu erstellen, die die nötigen Anschaffungen auf mindestens drei Jahre verteilt. Die Großküche soll zudem frühestens 2018 ins Auge gefasst werden.

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