Lena löst den "Tag der Energie" ab

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Auch die genehmigungsfreie Windkraftanlage fürs Hausdach war beim „3. Tag der Energie“ zu sehen.

Landsberg – Der Landrat und der Oberbürgermeister fahren nebeneinander mit dem Elektroroller – ein Bild, das es nicht alle Tage zu sehen gibt. Wer früh genug aufgestanden war, konnte am Samstag beide Protagonisten beim „Tag der Energie“ im Agrarbildungszentrum so in Aktion sehen.

Die Landsberger CSU hatte nunmehr zum dritten Mal zum „Tag der Energie“ geladen. Es sei keine Parteiveranstaltung, betonten die Organisatoren, sondern eine, die dem Bürger helfen sollte, Energie zu sparen und sich über alternative und regenerative Energien zu informieren. Energiewende sei keine Erfindung der Neuzeit, unterstrich Oberbürgermeister Mathias Neuner bei der Eröffnung und verwies auf die Engländer, die bereits im 16. Jahrhundert den Export von Kohle gestoppt hatten, weil ihnen die Endlichkeit des Rohstoffes bewusst war. Neuner verwies weiter auf die 1930er Jahre, als in Deutschland über 3600 Windmühlen gebaut wurden, um Pumpen anzutreiben. Den Bogen zur Gegenwart schlagend sagte der Rathauschef: „Hier geht es nicht um große Politik, sondern um die persönliche Energiewende“.

Wie ernst es dem Landkreis Landsberg mit der Energiewende ist, machte Landrat Walter Eichner in seinem Grußwort deutlich. Er verwies auf das vom Kreistag verabschiedete Klimaschutzkonzept mit seinen ehrgeizigen Zielen. Eichner sagte, dass allein im Landkreis Landsberg über 500 Millionen Euro für Energie ausgegeben werde. Das Gas komme aus Norwegen und Russland. „Die Wertschöpfung ist wo anders“, meinte Eichner. Dabei könne die Energie auch bei uns beispielsweise über Photovoltaikanlagen produziert werden. „Der beste Klimaschutz beginnt in den eigenen vier Wänden“, resümierte Eichner.

Was der Landkreischef in seinem Grußwort nur anreißen konnte, vertiefte der Leiter der Wirtschaftsförderung im Landratsamt, Andreas Graf, in seinem Vortrag über das Klima­konzept. Darüber hinaus gab es eine Reihe weiterer Vorträge über die Energiewende, effiziente Lichtsysteme oder über die eigene Stromproduktion mittels Solaranlagen. 18 Aussteller informierten und berieten den Messebesucher über Einsparmöglichkeiten, energetische Sanierun­gen, intelligente Heiztechniken und mehr.

Unter den Ausstellern war auch die Kaufbeurer Firma mit den Elektrorollern, auf denen Landrat Eichner und OB Neuner wohl gerne eine kostenlose Probefahrt unternommen hätten. Allein, dafür fehlte wohl die Zeit, denn es gab noch viel Interessantes. Sparkasse und VR-Bank Landsberg-Ammersee in­formierten über die diversen Fördermöglichkeiten im Energiebereich. Ein Highlight der Ausstellung war das Modell des Klimadorfes, dass der Bund Naturschutz aufgestellt hatte.

Organisator Berthold Lesch war mit dem Verlauf des „Tages der Energie“ sehr zufrieden – die Aussteller seien es ebenso gewesen, denn das Informationsbedürfnis der Besucher war riesengroß. Es gab viele intensive Gespräche mit den Ausstellern. „Unser Ziel, die Besucher und die Aussteller zusammen zu bringen, haben wir erreicht“, sagte Lesch gegenüber dem KREISBOTEN. Überrascht waren die Organisatoren aber vor allem über das große Interesse an den Vorträgen. Das sei im letzten Jahr noch nicht so gewesen.

Im kommenden Jahr wird es wieder einen „Tag der Energie“ geben, dann aber nicht mehr als CSU-Veranstaltung, sondern auf breiterer Basis unter dem Namen „LENA“ – Landsberger Energie Agentur. Viele Aussteller haben bereits jetzt ihr Kommen zugesagt.

Siegfried Spörer

"Tag der Energie" kommt gut an

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