Gipsy-Swing und Bossa Nova

„Suni“ ist Romanes, bedeutet soviel wie „Traum“ und ist der Titel der zweiten CD der Künstlerin Dotschy Reinhardt, die sie am Freitagabend im Stadttheater präsentierte. Als Grund-thema zieht sich dabei das Selbstverständnis der Sinteza durch sämtliche Stücke – gleich ob auf Romanes oder Englisch, Eigenkomposition oder Evergreens.

Dotschy Reinhardts Songs tragen Namen wie „Home“, „Sinto“ oder „The Days of Wine and Roses“, sind in Englisch und Romanes, der Sprache der Sinti, und kreisen um die Themen Sehnsucht, Wurzeln und Heimat. Viele stammen aus ihrer eigenen Feder, bei anderen handelt es sich um Arrangements ihrer ebenfalls musikalischen Familie, schließlich ist Dotschy Reinhardt der jüngste Spross des legendären Reinhardt-Clans, aus dessen Reihen der weltberühmte Jazz-Gitarrist Django Reinhardt stammt. Unterstützt wird sie dabei von einem internationalen Ensemble: Lancy Falta (Gitarre), Peter Bockius (Kontrabass), Armando Chuh (Percussion) und Aleksej Wagner (Mandoline). Die Musiker begeistern durch virtuoses Zusammenspiel und atemberaubende Improvisationen. Dabei tritt die Sängerin zum Teil zu sehr in den Hintergrund, agiert sehr zurückhaltend, fast schüchtern und scheint etwas Scheu vor ihrem Publikum zu haben. Doch diese Anfangsschwierigkeit hat sie nach der Pause überwunden, ist merklich aufgetaut. Auch liegen ihr die leidenschaftlicheren Stücke der zweiten Programmhälfte besser, gelingen ihr ausdrucksstärker als die eher coolen Klänge der Jazz- und Swingnummern. Highlight war das von ihr selbstgeschriebene „Sinto“, ein eindringlicher Apell an ihr Volk, zu seinen Wurzeln zu stehen. Dieses Konzert war das erste von dreien in dieser Spielzeit, die auf Vermittlung von Edmund Epple von „Discy“ zustande kommen, der die Musikprogrammgestaltung des Stadttheaters ab Herbst übernehmen wird. Ein gelungener Auftakt; das Publikum dankte es mit langem Applaus.

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