Gläsernes Facelift

Rund eine Million Euro kostet der gläserne Pavillon für die Gemeindebücherei sowie der Umbau des Hochhauses im Erdgeschoss, wo die vhs-Geschäftsstelle untergebracht sein wird. Die derzeitigen Mieter der vier Altenwohnungen müssen wohl oder übel ausziehen, bekommen aber eine vergleichbare Wohnung vermittelt. Grafik: Marktgemeinde Kaufering

Rein optisch erinnert er an einen überdimensionalen Tisch: der gläserne Pavillon, der noch in diesem Jahr an das landkreiseigene Hochhaus II in der Albert-Schweitzer-Straße angebaut und künftig sowohl Gemeindebücherei als auch vhs-Geschäftsstelle beherbergen soll. Mit dieser rund 1,0 Mio. Euro teuren Maßnahme hofft Bürgermeister Dr. Klaus Bühler, die Attraktivität des wirtschaftlich angeschlagenen Fuggerplatzes wieder steigern zu können

. Nach der Umquartierung einiger Läden und dem bevorstehenden Umbau des Bekleidungsgeschäftes zu den „Fugger-Arkaden“ zählt der Neubau zur kostenintensivsten Maßnahme. Dass die Marktgemeinde noch relativ preisgünstig davon kommt, hängt vor allem mit dem Entgegenkommen des Landkreises ab, der der Marktgemeinde das Teilgrundstück sowie vier Mietwohnungen im Erdgeschoss des Hochhauses überlässt. „Wir haben dem Landkreis bei der Realschule geholfen, jetzt hilft er uns“, so Bühlers Kommentar. Der Kreisausschuss hatte sich bereits einen Tag vor der Sitzung des Kauferinger Bauausschusses intensiv mit den Plänen auseinander gesetzt. Einstimmig empfahl das Gremium die Überlassung der vier südlichen Altenwohnungen im Erdgeschoss des Hochhauses an die Marktgemeinde und schuf damit die Voraussetzungen für das Vorhaben. Dass das Kreisgremium die Pläne des Um- und Anbaus bereits vor den Marktgemeinderäten zu Gesicht bekam, stieß vor allem Gabriele Triebel (GAL) sauer auf: „Es wäre wünschenswert, wenn wir die Pläne auch schon vorher bekommen hätten.“ Als „kleines Kulturzentrum“ bezeichnete der planende Münchner Architekt Till Fischer das bauliche Vorhaben am Fuggerplatz. Die vier Hochhaus-Wohnungen werden so umgebaut, dass dort auf rund 100 Quadratmeter Fläche die vhs-Geschäftsstelle, die derzeit am Seniorenstift untergebracht ist, mit Büros und Schulungsraum einziehen kann. Über ein ebenfalls rund 100 Quadratmeter großes gläsernes Foyer werden Altbau und Pavillon miteinander verbunden. Äußerlich gleicht der rund 470 Quadratmeter große Pavillon mit seinem überstehenden Flachdach einem überdimensionalen Tisch, in dem künftig die Gemeindebücherei einquartiert wird. Diese befindet sich momentan noch mit 300 Quadratmetern Fläche sehr beengt am Fritz-Jung-Platz. Herzstück wird jedoch das Foyer sein, das Fischer als „zentralen Marktplatz“ bezeichnete. Es könne für Veranstaltungen auch jederzeit mit Bücherei oder Volkshochschule zusammen geschlossen werden. Der Höhenunterschied von einem Meter zwischen Neubau und Bestand werde über Stufen und einen kleinen hydraulischen Aufzug im Foyer ausgeglichen, um die Barrierefreiheit der öffentlichen Einrichtung zu garantieren. Dass das zunächst vorgesehene und „von allen gewünschte Café“ nicht realisiert wird, bedauerte vor allem Thomas Salzberger (SPD): „Das war eine gute Idee. Schade.“ Es sei nicht Aufgabe einer Gemeinde, ein Café zu betreiben, meinte dagegen der Rathauschef. Es würde zudem zu einem Parkplatzproblem führen, fügte der Architekt hinzu. Das Grundstück sei mit dem Pavillon „ziemlich ausgenutzt“. Die zwölf geplanten Parkplätze auf der Süd- und Westseite seien für die Bücherei, nicht aber für ein Café ausreichend. Rosina Heinle (CSU) hatte Bedenken hinsichtlich des Flachdaches, das, begrünt werden soll. „Begrünt schaut’s ja immer wunderschön aus, aber bewährt hat sich so ein Flachdach bei uns nicht.“ Das sei lediglich eine Frage der Abdichtung, meinte Fischer. Und Hans Koch (SPD) hielt das Begrünen des Flachdaches vor allem aus Sicht der Hochhaus-Bewohner „für unverzichtbar“. Ansonsten bezeichnete Koch die Planung als „wunderbar gelöst“ und versprach sich „Synergieeffekte für beide Einrichtungen samt Fuggerplatz.“ Verläuft alles nach Plan, und der Marktgemeinderat segnet in einer seiner nächsten Sitzungen den Eingabeplan ab, dann „könnten wir Anfang nächsten Jahres drin sein“, prophezeite Fischer.

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